{"id":382,"date":"2015-07-17T14:25:15","date_gmt":"2015-07-17T14:25:15","guid":{"rendered":"http:\/\/earbook.online\/hicen\/de\/?page_id=382"},"modified":"2015-07-22T22:49:50","modified_gmt":"2015-07-22T22:49:50","slug":"2-padagogische-audiologie-und-diagnostik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/earbook.online\/hicen\/de\/2-padagogische-audiologie-und-diagnostik\/","title":{"rendered":"2-P\u00e4dagogische Audiologie und Diagnostik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"font-size: 32pt;\">P\u00e4dagogische Audiologie und Diagnostik<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Barbara Bogner<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">beschreibt, was die fr\u00fchkindliche H\u00f6rdiagnostik auszeichnet und welche Methoden f\u00fcr die Optimierung der apparativen Versorgung und der Umgebungsparameter anzuwenden sind.<\/p>\n<h1>Einf\u00fchrung<\/h1>\n<h2>Ziel des Moduls<\/h2>\n<p>Ziel dieses Moduls ist es, einen Einblick zu vermitteln wie man bei Kindern im Alter von 0-3 Jahren feststellen kann, wie gut bzw. was das jeweilige Kind h\u00f6rt und wie gutes H\u00f6ren die Gesamtentwicklung des Kindes unterst\u00fctzt. Hierzu wird zun\u00e4chst ein Einblick gegeben, wie normales H\u00f6ren funktioniert, in welchen Bereichen H\u00f6ren bei h\u00f6renden Menschen m\u00f6glich ist, welche Bereiche bei H\u00f6rsch\u00e4digung nicht h\u00f6rbar sind und was durch moderne technische H\u00f6rhilfen erreicht werden kann.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend werden die Schwierigkeiten aufgezeigt, die derzeit bezogen auf die Diagnostik und die Versorgung mit geeigneten technischen H\u00f6rhilfen bei Kindern im ersten und zweiten Lebensjahr bestehen und wie damit umzugehen ist. Um die Wirksamkeit der technischen H\u00f6rhilfen zu beurteilen, muss die fr\u00fche H\u00f6rentwicklung dokumentiert und evaluiert werden. Es werden daher Meilensteine der H\u00f6rentwicklung aufgezeigt und Verfahren vorgestellt, die aus der p\u00e4dagogischen Praxis und dem Alltag des Kindes eine R\u00fcckmeldung \u00fcber die H\u00f6rf\u00e4higkeit des Kindes liefern.<\/p>\n<p>Wichtig f\u00fcr das H\u00f6renlernen sind neben individuellen Faktoren des h\u00f6rgesch\u00e4digten Kindes auch die akustischen Rahmenbedingungen, unter denen H\u00f6renlernen stattfindet. Hier wird aufgezeigt, wie eine h\u00f6rf\u00f6rderliche Umwelt gestaltet sein sollte und wie dies erreicht werden kann.<\/p>\n<h2>Methode<\/h2>\n<p>Im Selbststudium sollen sich die Leser Grundlagen zum H\u00f6ren mit und ohne technische H\u00f6rhilfen und zur Einsch\u00e4tzung der H\u00f6rf\u00e4higkeit bei Kindern im Alter von 0-3 aneignen. Sie sollen Wege finden, wie sie in der t\u00e4glichen Praxis den Verlauf der H\u00f6rentwicklung begleiten k\u00f6nnen. Viele der aufgef\u00fchrten Materialien sind \u00fcber das Internet zu beziehen. Au\u00dferdem haben die Leser die M\u00f6glichkeit, Ihren Wissenszuwachs anhand von Evaluationsfragen zu jedem Kapitel selbst zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<h1>Was H\u00f6rverlust bedeutet<\/h1>\n<p>Die wichtigsten Lernziele bestehen darin:<\/p>\n<p>zu wissen, in welchen Dimensionen H\u00f6ren m\u00f6glich ist<br \/>\nzu verstehen, was H\u00f6rverlust bedeutet<br \/>\nzu erkennen, welche Bereiche ohne und welche mit H\u00f6rhilfen h\u00f6rbar sind<\/p>\n<h2>Normales H\u00f6ren und H\u00f6ren bei H\u00f6rsch\u00e4digung<\/h2>\n<p>Normales H\u00f6ren<\/p>\n<p>Anatomie und Physiologie des Ohres<\/p>\n<p>Das Ohr wird anatomisch in die Teile Au\u00dfenohr, Mittelohr und Innenohr unterteilt. Das Au\u00dfenohr umfasst die Ohrmuschel und den Geh\u00f6rgang. Es fungiert als Schalltrichter. In der Ohrmuschel wird der Schall geb\u00fcndelt und in den Geh\u00f6rgang geleitet. Dort trifft er auf das Trommelfell und versetzt es in Schwingungen. Diese Schwingungen werden \u00fcber die Geh\u00f6rkn\u00f6chelchenkette (Hammer, Amboss, Steigb\u00fcgel) an das Innenohr \u00fcbertragen. Dies wird als Luftleitung bezeichnet. Eine andere M\u00f6glichkeit der Schall\u00fcbertragung geschieht durch den Weg der Knochenleitung. Hierbei treffen Schallwellen den Sch\u00e4delknochen (Mastoid) und werden direkt zum Innenohr geleitet. Im Innenohr setzen sich die ankommenden Schwingungen als Welle der Fl\u00fcssigkeit innerhalb der Schnecke fort. Die \u00e4u\u00dferen Haarzellen nehmen die Wellenbewegungen auf und geben sie an die inneren Haarzellen weiter. Die Sinnesh\u00e4rchen werden dabei in ihrer Ruhestellung bewegt. Dies f\u00fchrt zu Spannungs\u00e4nderungen in der Zelle, wobei ein kurzfristiger Stromfluss den H\u00f6rnerv stimuliert, der die Informationen des Schallereignisses zu den zentralen Zentren der Wahrnehmung auf der Gro\u00dfhirnrinde weiterleitet. Erst dort wird das Geh\u00f6rte durch Vergleich mit erlernten Mustern \u201cverstanden\u201d. Wir h\u00f6ren daher nicht mit dem Ohr, sondern mit dem Gehirn.<\/p>\n<p>Erscheinungsformen von H\u00f6rsch\u00e4digung<\/p>\n<p>Damit ein akustisches Signal h\u00f6rbar und nutzbar wird, muss folgendes gew\u00e4hrleistet sein:<\/p>\n<p>Schall muss zum Innenohr transportiert werden<br \/>\nSchall muss in elektrische Impulse umgewandelt werden, die weitergeleitet werden<br \/>\nDas Signal muss auf der Ebene des Zentralnervensystems verarbeitet werden.<br \/>\nIn jedem dieser einzelnen Bereiche k\u00f6nnen St\u00f6rungen auftreten, Im Wesentlichen unterscheidet man drei Arten von H\u00f6rsch\u00e4digungen: die Schallleitungsschwerh\u00f6rigkeit und die Schallempfindungsschwerh\u00f6rigkeit, die auch sensorineurale Schwerh\u00f6rigkeit genannt wird oder die kombinierte Schwerh\u00f6rigkeit. Dar\u00fcber hinaus werden H\u00f6rst\u00f6rungen nach Ort der Ursache in periphere oder zentrale H\u00f6rst\u00f6rungen eingeteilt und als cochle\u00e4re H\u00f6rst\u00f6rung, retrocochle\u00e4re H\u00f6rst\u00f6rung, auditorische Neuropathie oder auch als auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsst\u00f6rung bezeichnet.<\/p>\n<p>Schallleitungsschwerh\u00f6rigkeit<\/p>\n<p>Schallleitungsst\u00f6rungen haben ihre Ursache im Bereich des Au\u00dfen- oder Mittelohrs. M\u00f6gliche Ursachen k\u00f6nnen sein:<\/p>\n<p>Au\u00dfenohr<br \/>\nVerletzungen,<\/p>\n<p>Cerumen (Ohrenschmalz)<\/p>\n<p>Fremdk\u00f6rper im Geh\u00f6rgang<\/p>\n<p>Anatomische Abweichungen wie Fehlen des Au\u00dfenohres, Missbildung des Geh\u00f6rgangs (Geh\u00f6rgangsatresie \/ Geh\u00f6rgangsstenose)<br \/>\nMittelohr<br \/>\nBel\u00fcftungsst\u00f6rung<\/p>\n<p>Mittelohrentz\u00fcndungen(Otitis media):<\/p>\n<p>Paukenerguss (Seromukotympanon)<br \/>\nAkute Mittelohrentz\u00fcndung<br \/>\nChronische Mittelohrentz\u00fcndung<br \/>\nOtosklerose<\/p>\n<p>Fehlbildungen der Geh\u00f6rkn\u00f6chelchenkette<\/p>\n<p>Verletzungen von Trommelfell und Mittelohr<br \/>\nDie h\u00e4ufigste Ursache der Schallleitungsschwerh\u00f6rigkeit bei Kindern unter 8 Jahren ist die Mittelohrentz\u00fcndung (\u201eLaufende Ohren\u201c). Auf sie soll an dieser Stelle ausf\u00fchrlicher eingegangen werden. Ungef\u00e4hr 15-20% aller Kinder zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr haben irgendwann einmal Mittelohrentz\u00fcndung. Dies f\u00fchrt zu einem vor\u00fcbergehenden H\u00f6rverlust, es ist wichtig, dies zu erkennen, denn auch leichte kurzzeitige H\u00f6rst\u00f6rungen k\u00f6nnen in sensiblen Phasen die H\u00f6r- und Sprachentwicklung nachteilig beeinflussen.<\/p>\n<p>Eine Mittelohrentz\u00fcndung entsteht, wenn die Eustachische R\u00f6hre nicht in der Lage ist, das Mittelohr ausreichend zu bel\u00fcften, was h\u00e4ufig mit Infekten im Mund-Rachenraum einhergeht. Fl\u00fcssigkeitsansammlungen im Mittelohr k\u00f6nnen dann nicht abflie\u00dfen. Das Problem bei sehr jungen Kindern ist, dass aufgrund der Enge und relativ horizontalen Lage der Ohrtrompete eine ausreichende Bel\u00fcftung und Fl\u00fcssigkeitsableitung verhindert wird. Die l\u00e4nger ausbleibende Bel\u00fcftung der Paukenh\u00f6hle f\u00fchrt zu einem tympanalen Unterdruck gegen\u00fcber dem atmosph\u00e4rischen Druck, so auch im \u00e4u\u00dferen Geh\u00f6rgang. Das Trommelfell wird nach innen gedr\u00e4ngt, die Geh\u00f6rkn\u00f6chelchenkette dadurch versteift.<\/p>\n<p>Kinder mit chronischen Fl\u00fcssigkeitsansammlungen im Mittelohr haben einen H\u00f6rverlust, der sich von Tag zu Tag ver\u00e4ndert und auch auf den beiden Ohren unterschiedlich ausgepr\u00e4gt sein kann. Dieser unzuverl\u00e4ssige H\u00f6reindruck kann Auswirkungen auf die Reifung der zentralen H\u00f6rbahn haben und wird auch in Zusammenhang mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsst\u00f6rungen als m\u00f6gliche Ursache genannt.<\/p>\n<p>Ein Unterdruck im Mittelohr kann mit Hilfe der Tympanometrie festgestellt werden. Bevor weitere h\u00f6rdiagnostische und h\u00f6rtherapeutische Verfahren zur Anwendung kommen, sollte die Mittelohrentz\u00fcndung medizinisch saniert werden (Behandlung mit Antibiotika, Paukenr\u00f6hrchen).<\/p>\n<p>Generell gilt f\u00fcr alle Formen der Schallleitungsschwerh\u00f6rigkeit, dass die Zuleitung des Schalls \u00fcber den Weg der Luftleitung zum Innenohr gest\u00f6rt ist, die Knochenleitung jedoch nicht beeintr\u00e4chtigt ist. Dies f\u00fchrt dazu, dass Ger\u00e4usche, Schall und Sprache ged\u00e4mpfter wahrgenommen werden und die H\u00f6rweite deutlich herabgesetzt ist. Der maximale H\u00f6rverlust betr\u00e4gt 70 \u2013 80 dB. Die Qualit\u00e4t der Schallereignisse wird nicht ver\u00e4ndert. Das Verstehen gesprochener Sprache ist eingeschr\u00e4nkt, aber bei entsprechend hoher Verst\u00e4rkung insgesamt m\u00f6glich. Die Erkennbarkeit gesprochener Sprache wird deutlich herabgesetzt im Bereich der unbetonten Silben, prosodische Merkmale sind weitgehend erhalten. Die Kontrolle des eigenen Sprechens erfolgt \u00fcber die Knochenleitung.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Therapie der Schallleitungsschwerh\u00f6rigkeit gilt, dass generell zun\u00e4chst medizinische Ma\u00dfnahmen zur Sanierung im Bereich des Au\u00dfen- und Mittelohrs ergriffen werden m\u00fcssen, und erst als zweiter Schritt wird eine h\u00f6rtechnische Versorgung in die Wege geleitet. Dies umfasst z.B. medikament\u00f6se Ma\u00dfnahmen im Rahmen einer Infektbehandlung sowie chirurgische Eingriffe. Als h\u00f6rtechnische Versorgung kommen H\u00f6rger\u00e4te (HdO-Ger\u00e4te, implantierbare H\u00f6rsysteme) oder Knochenleitungsger\u00e4te in Frage. Bei ausreichender Verst\u00e4rkung ist ein gutes Sprachverstehen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Schallempfindungsschwerh\u00f6rigkeit<\/p>\n<p>Eine H\u00f6rst\u00f6rung, die durch Missbildung, Verletzung oder Erkrankung in den Bereichen des Innenohres, der weiterf\u00fchrenden Nervenbahnen und\/oder dem zugeh\u00f6rigen cerebralen Verarbeitungssystem des Gehirns lokalisiert ist wird als Schallempfindungsschwerh\u00f6rigkeit bezeichnet. Bei der Schallempfindungsschwerh\u00f6rigkeit ist die Umwandlung der akustischen (mechanischen) Reize in neurale Impulse und deren Weiterleitung gest\u00f6rt. Bei 98% der Schallempfindungsschwerh\u00f6rigkeiten liegt die Ursache im Bereich der Cochlea, retrocochle\u00e4re H\u00f6rst\u00f6rungen sind verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig selten, weshalb auch die Bezeichnungen Innenohrschwerh\u00f6rigkeit oder sensorineurale Schwerh\u00f6rigkeit weitgehend synonym verwendet werden.<\/p>\n<p>Schallempfindungsschwerh\u00f6rigkeiten k\u00f6nnen in jedem Lebensalter auftreten. M\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr Schallempfindungsst\u00f6rungen sind:<\/p>\n<p>Pr\u00e4natal<\/p>\n<p>Perinatal<br \/>\nPostnatal<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schwerh\u00f6rigkeit bei nahen Verwandten<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6telerkrankung der Mutter bis 6. SSM<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zytomegalieinfektion<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Embryonale Infektionen<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Fehlbindungen im Kopfbereich<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Chromosomen-aberrationen<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sauerstoffmangel<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Geburtstrauma<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hirnblutung<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 5 Min. Apgar unter 5<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 pH-Wert unter 7,2<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Geburtsgewicht unter 1500 g<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Intensivbehandlung<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schwere Gelbsucht<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Meningitis, Enzephalitis<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Viruserkrankungen (Mumps, Masern)<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Mittelohrentz\u00fcndungen<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Ototoxische Therapie<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Sch\u00e4del-Hirn-Traumen<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 zerebrale Bewegungs\u00adst\u00f6rungen<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Altersschwerh\u00f6rigkeit<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Morbus Meni\u00e8re<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Akustisches Trauma (Knalltrauma oder l\u00e4nger andauernde Belastung durch L\u00e4rm)<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 H\u00f6rsturz<br \/>\nW\u00e4hrend in einem gesunden Innohr ca. 15.000 Sinneszellen (Haarzellen) f\u00fcr die Umwandlung der mechanischen Energie in elektrische Impulse sorgen, sind bei der Innenohrschwerh\u00f6rigkeit unterschiedlich viele Haarzellen zerst\u00f6rt, so dass elektrische Impulse nur an den Stellen transformiert werden k\u00f6nnen, wo noch intakte Sinneszellen vorhanden sind. Liegt eine v\u00f6llige Zerst\u00f6rung der Haarsinneszellen vor, n\u00fctzt auch das beste Power H\u00f6rger\u00e4t nichts mehr, da dieses auch nur da verst\u00e4rken kann, wo noch Aktionspotentiale ausgel\u00f6st werden k\u00f6nnen. In diesem Fall ist die Einf\u00fchrung eines Elektrodenstrangs in die Cochlea in Form eines Cochlea Implantates die einzige M\u00f6glichkeit, die ausgefallene Funktion der zerst\u00f6rten Haarzellen zu ersetzen und den H\u00f6rnerven elektrisch zu stimulieren (siehe Modul 3).<\/p>\n<p>Der H\u00f6reindruck bei der Schallempfindungsschwerh\u00f6rigkeit ist in mehrfacher Hinsicht beeintr\u00e4chtigt. Wie bei der Schallleitungsschwerh\u00f6rigkeit liegt ein Intensit\u00e4tsverlust vor, d.h. es wird in Abh\u00e4ngigkeit vom Ausma\u00df des H\u00f6rverlustes leiser geh\u00f6rt. Die Sprachverst\u00e4ndlichkeit ist besonders in st\u00f6rger\u00e4uscherf\u00fcllter Umgebung erschwert. Au\u00dferdem kommt es zu einer Reduktion des Frequenz- und Zeitaufl\u00f6sungsverm\u00f6gens. Da nicht alle Haarzellen gleicherma\u00dfen gesch\u00e4digt sein m\u00fcssen, k\u00f6nnen einige Frequenzen gar nicht, andere aber teilweise \u00fcbertragen werden. Hohe Frequenzen sind meist st\u00e4rker betroffen als tiefe Frequenzen. Der H\u00f6reindruck ist dann verzerrt und l\u00fcckenhaft. Das Geh\u00f6r ist \u201cverstimmt\u201d. Auch die zeitliche Aufl\u00f6sung kann beeintr\u00e4chtigt sein. Hohe leise T\u00f6ne k\u00f6nnen dabei von tiefen lauten T\u00f6nen verdeckt werden, die zu lange nachklingen. Sprache ist h\u00f6rbar, aber nicht immer verstehbar. Ein weiteres Problem ist, dass Leises aufgrund der Schwerh\u00f6rigkeit nicht oder schlecht geh\u00f6rt wird. Lautes wird angenehm laut geh\u00f6rt, wenn es aber noch lauter wird, empfindet der H\u00f6rgesch\u00e4digte dies trotz seines H\u00f6rverlusts als ebenso laut wie ein Normalh\u00f6render. Kleinere Lautst\u00e4rkeschwankungen werden also intensiver wahrgenommen als bei H\u00f6renden. Die Unbehaglichkeitsschwelle verschiebt sich nicht im gleichen Ma\u00dfe wie die H\u00f6rschwelle. Sie kann trotz deutlich erh\u00f6hter H\u00f6rschwelle im Vergleich zu H\u00f6renden unver\u00e4ndert oder sogar erniedrigt sein. Der Dynamikbereich ist somit von beiden Seiten (H\u00f6rschwelle und Unbehaglichkeit) eingeschr\u00e4nkt. Die Wahrnehmung gesprochener Sprache ist bezogen auf die Fremd- und Eigenwahrnehmung stark ein\u00adgeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<h2>H\u00f6rbereich des Menschen<\/h2>\n<p>Um zu verstehen, welche Einschr\u00e4nkungen mit einer H\u00f6rsch\u00e4digung verkn\u00fcpft sind, soll zu Beginn ein \u00dcberblick vermittelt werden, in welchen Bereichen menschliches H\u00f6ren m\u00f6glich ist. Unser Ohr ist in der Lage, Frequenzen (d.h. Tonh\u00f6hen) im Bereich von ca. 20 bis 20.000 Hz zu h\u00f6ren. Die Einheit f\u00fcr die Frequenz ist Hertz (Hz) bzw. Kilohertz (kHz) und geht zur\u00fcck auf den Physiker Heinrich Rudolf Hertz (1857-1894). Die Bezeichnung Hz wird verwendet, um die Anzahl der Schwingungen \/ Perioden pro Zeiteinheit anzugeben. Ein Hz bedeutet eine Sinusschwingung in einer Sekunde, 250 Hz 250 Schwingungen pro Sekunde und 4000 Hz 4000 Schwingungen pro Sekunde. Die Verdoppelung der Schwingungszahl ergibt musikalisch gesehen den Oktavabstand. Mit zunehmendem Alter nimmt das H\u00f6rverm\u00f6gen v.a. im hohen Frequenzbereich ab. Der Frequenzbereich f\u00fcr Sprache reicht von 125 Hz bis 8000 Hz, wobei der Hauptsprachbereich zwischen 500 Hz und 4000 Hz liegt. Die Frequenzen der Sprachlaute variieren dabei von tieffrequenten Vokalen wie z.B. [o] und [u] und Nasalen wie [n] und [m] bis zu hochfrequenten Konsonanten wie [f], [s] oder [S].<\/p>\n<p>Unser H\u00f6rorgan ist au\u00dferdem in der Lage, Ger\u00e4usche von extrem leise (z.B. s\u00e4uselnder Wind im Kornfeld) bis extrem laut (z.B. Donnerschlag) zu verarbeiten. Diese gro\u00dfe Dynamik des Ohres entspricht einem Unterschied von 1 bis zu 1 Million (zum Vergleich: 1 Gramm vs. 1 Tonne). Angesichts dieser immensen Intensit\u00e4tsunterschiede ist es wenig sinnvoll, diese enorme Dynamikbreite in einem linearen Diagramm darzustellen. Hier ist es sinnvoll, ein logarithmisches Ma\u00df zu verwenden, das komplizierte Zahlenverh\u00e4ltnisse mit Hilfe einfacher Zahlen ausdr\u00fccken kann. Zur einfacheren Handhabung wird in der Akustik und damit in der Audiometrie eine Pegelskala mit dem Schalldruckpegel in dB (Dezibel = 1\/10 Bel), verwendet, benannt nach dem Amerikaner Alexander Graham Bell (1847-1922). Die Wahrnehmung der Lautst\u00e4rke ist subjektiv und abh\u00e4ngig von der Frequenz. 0 dB bezeichnet die Schallintensit\u00e4t, bei der ein gut h\u00f6render Mensch einen Ton, der \u00fcber Kopfh\u00f6rer dargeboten wird, gerade wahrnehmen kann. Dies wird als H\u00f6rschwelle (Schwelle vom Bereich des Nicht-H\u00f6rbaren in den Bereich des H\u00f6rens) bezeichnet. Sie liegt im Normalfall bei 0 bis 10 dB. Die Schmerzgrenze liegt bei 130 bis 140 dB, die Unbehaglichkeitsschwelle (UCL) bei etwa 110 dB. Der Bereich zwischen H\u00f6rschwelle und Unbehaglichkeitsschwelle wird als H\u00f6rfeld bezeichnet. Abbildung 1 zeigt ein solches H\u00f6rfeld. Die X-Achse zeigt die verschiedenen Tonh\u00f6hen in Hertz (Hz), die Y-Achse links von oben nach unten die Lautst\u00e4rke in Dezibel (dB). Eingetragen sind verschiedene Ger\u00e4uschquellen, es wird deutlich aus welchen Frequenzen bzw. Lautst\u00e4rkepegeln bestimmte Ger\u00e4usche bestehen. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Sprache, die sich in einem Frequenzbereich von ca. 500 \u2013 4000 Hz und einem Pegelbereich zwischen 30 und 60 dB erstreckt, Vokale sind dabei lauter als leise, stimmlose Konsonanten. Normallaute Sprache hat einen Pegel von ca. 65 dB. Auf der Y-Achse der linken Seite ist eingetragen, wie sich ein normales Geh\u00f6r darstellt und wie sich die H\u00f6rschwellen bei leichtem, mittelgradigem, hochgradigem H\u00f6rverlust und Resth\u00f6rigkeit ver\u00e4ndern. Dies gilt f\u00fcr das H\u00f6ren ohne technische H\u00f6rhilfen. Analog dazu kann anhand der Aufbl\u00e4hkurve (= H\u00f6rschwelle mit technischen H\u00f6rhilfen) aus dem Tonaudiogramm verdeutlicht werden, welche Bereiche durch die H\u00f6rtechnik wieder in den Bereich des Wahrnehmbaren r\u00fccken. Entscheidend ist die H\u00f6rf\u00e4higkeit, die mit H\u00f6rger\u00e4ten erreicht wird.<\/p>\n<p>Abb. 1: H\u00f6rfeld des Menschen: Zu sehen sind der Frequenz- und Dynamikbereich von Ger\u00e4uschen und Sprache sowie unterschiedliche Grade der Schwerh\u00f6rigkeit. Die schwarze H\u00f6rkurve (schwarze Kreise) stellt die H\u00f6rschwelle des normal h\u00f6renden Menschen dar, die rote Kurve (rote Kreise) die H\u00f6rkurve einer schwerh\u00f6rigen Person und die schwarze Kurve (schwarze Vierecke) die Aufbl\u00e4hkurve, d.h. die H\u00f6rschwelle mit H\u00f6rger\u00e4t. Alles was oberhalb der H\u00f6rschwelle liegt, ist h\u00f6rbar.<\/p>\n<p>Aus der Darstellung des H\u00f6rfeldes kann eine Vorstellung erwachsen<\/p>\n<p>in welchen Dimensionen H\u00f6ren m\u00f6glich ist<br \/>\nwas H\u00f6rverlust bedeutet<br \/>\nwie eine H\u00f6rkurve zu bewerten ist<br \/>\nwelche Bereiche mit Hilfe von H\u00f6rtechnik wieder h\u00f6rbar machen kann<br \/>\nwo dessen Grenzen liegen<\/p>\n<h2>Unterschiedliche Grade und Auswirkungen der H\u00f6rf\u00e4higkeit<\/h2>\n<p>H\u00f6rsch\u00e4digungen lassen sich in Abh\u00e4ngigkeit von Intensit\u00e4t und Frequenz in f\u00fcnf Hauptgruppen einteilen. Von einer Normalh\u00f6rigkeit spricht man, wenn der mittlere H\u00f6rverlust (mHV) auf dem besseren Ohr nicht mehr als 20 dB betr\u00e4gt. Dabei werden die Angaben f\u00fcr die Frequenzen 500, 1000 und 2000 Hz zugrunde gelegt und durch drei geteilt. Eine leichtgradige Schwerh\u00f6rigkeit liegt bei einem H\u00f6rverlust bis zu 30 dB vor. Bei einem mittleren H\u00f6rverlust im Bereich von 30 dB bis 60 dB spricht man von einer mittelgradigen Schwerh\u00f6rigkeit vor, bei einem mittleren H\u00f6rverlust von 60-90 dB von einer hochgradigen Schwerh\u00f6rigkeit und ab 90 dB H\u00f6rverlust geht man von Resth\u00f6rigkeit bzw. Geh\u00f6rlosigkeit aus.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Erlernen der Lautsprache ist der Frequenzbereich von 500 \u2013 4000 Hz besonders wichtig. Die einzelnen Sprachlaute setzen sich aus verschiedenen Frequenzen zusammen. Sind diese nicht h\u00f6rbar entsteht ein verzerrtes, l\u00fcckenhaftes H\u00f6ren. Es h\u00e4ngt z.T. vom Verlauf der H\u00f6rkurve ab, welche Sprachlaute wahrgenommen und identifiziert werden k\u00f6nnen. Vokale befinden sich im Frequenzbereich zwischen circa 250 und 2400 Hz, Konsonanten hingegen decken den Frequenzbereich zwischen ca. 250 Hz und 8000 Hz ab. Das erkl\u00e4rt, warum viele H\u00f6rgesch\u00e4digte mit einer H\u00f6rkurve, die bis 3000 Hz reicht, lediglich Vokale halbwegs erkennen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend viele Konsonanten, z.B. Frikative (sog, &#8222;Zischlaute&#8220; wie [f], [s], [S]), nicht mehr geh\u00f6rt werden k\u00f6nnen. Es ist ein wesentliches Ziel der H\u00f6rger\u00e4te- und CI-Versorgung, die f\u00fcr das Sprachverstehen relevanten Frequenzen soweit wie m\u00f6glich wieder h\u00f6rbar zu machen.<\/p>\n<p>Es ist sehr wichtig, dass das Sprachsignal so gut wie m\u00f6glich an das Kinderohr gebracht wird. Wie gut gesprochene Sprache wahrgenommen und v.a. verstanden werden kann und H\u00f6rreste genutzt werden, h\u00e4ngt jedoch nicht allein vom Ausma\u00df des H\u00f6rverlusts ab. So zeigen Kinder mit nahezu identischen H\u00f6rkurven im Tonaudiogramm durchaus starke Unterschiede in der Wahrnehmung von Sprache. Wie sich unterschiedliche Arten der H\u00f6rsch\u00e4digung zudem auf die Entwicklung des Kindes in verschiedenen Entwicklungsbereichen auswirken, ist individuell sehr verschieden. Deshalb ist es sehr wichtig, sich einen \u00dcberblick \u00fcber die H\u00f6rf\u00e4higkeit des Kindes und nicht \u00fcber seinen H\u00f6rverlust zu verschaffen. Dank fr\u00fcher Erfassung, moderner H\u00f6rtechnik und professioneller h\u00f6rgerichteter Fr\u00fchf\u00f6rderung k\u00f6nnen im medizinischen Sinne geh\u00f6rlose Kinder zu h\u00f6rend-geh\u00f6rlosen Kindern werden und Lautsprache durch das H\u00f6ren auf nat\u00fcrliche Weise erwerben.<\/p>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<p>H\u00f6ren ist ein Wunder der Natur. Der H\u00f6rbereich des Menschen erstreckt sich im Frequenzbereich von 20 \u2013 20.000 Hz. Die H\u00f6rschwelle liegt bei Normalh\u00f6renden zwischen 0 und 10 dB, die Unbehaglichkeitsschwelle bei ca. 110 dB. Ein Normalh\u00f6render nimmt leise T\u00f6ne ohne Schwierigkeit wahr. Bei Schwerh\u00f6rigkeit verschiebt sich die H\u00f6rschwelle zu h\u00f6heren Lautst\u00e4rken. In Abh\u00e4ngigkeit von der St\u00e4rke und dem Verlauf der H\u00f6rst\u00f6rung erfolgt eine \u00dcberschneidung der H\u00f6rschwelle mit dem Sprachbereich. Diejenigen Anteile der Sprache, die im Audiogramm oberhalb der H\u00f6rschwelle liegen, werden nicht mehr geh\u00f6rt, wenn normal laut gesprochen wird. F\u00fcr den Erwerb der Lautsprache ist es wichtig, dass m\u00f6glichst alle relevanten Sprachanteile mit Hilfe der H\u00f6rtechnik wieder h\u00f6rbar gemacht werden. Wie sich H\u00f6ren und Sprache dann entwickeln, ist abh\u00e4ngig von vielf\u00e4ltigen Lernprozessen, f\u00fcr die durch die H\u00f6rtechnik gute Ausgangsvoraussetzungen geschaffen werden.<\/p>\n<h2>Evaluation<\/h2>\n<p>Wie ist der frequenzbezogene H\u00f6rbereich des Menschen?<\/p>\n<p>16 bis 6000 Hz<br \/>\n1000 bis 20.000 Hz<br \/>\n20 bis 20.000 Hz<br \/>\n500 bis 4000 Hz<br \/>\nWas versteht man unter dem H\u00f6rfeld?<\/p>\n<p>Erfahrungsfeld der Sinne<br \/>\nBereich zwischen H\u00f6rschwelle und Unbehaglichkeitsschelle<br \/>\nFeld, in dem Geh\u00f6rschutz getragen werden muss<br \/>\nBereich des angenehmen H\u00f6rens<br \/>\nWas versteht man unter H\u00f6rschwelle?<\/p>\n<p>die Verst\u00e4rkung besonders leiser T\u00f6ne<br \/>\nder gerade erforderliche Schalldruckpegel, der eine H\u00f6rempfindung ausl\u00f6st<br \/>\ndie Schwelle, ab der es zu laut wird<br \/>\nder Bereich des angenehmen H\u00f6rens<br \/>\nWelche Sprachlaute k\u00f6nnen bei einem hochgradigen H\u00f6rverlust ab 3000 Hz nicht geh\u00f6rt werden?<\/p>\n<p>die meisten Vokale<br \/>\nNasale wie [n] und [m]<br \/>\nFrikative (&#8222;Zischlaute&#8220;) wie [f], [s], [S]<br \/>\nalle Sprachlaute<br \/>\nWarum sind H\u00f6rger\u00e4te wichtig?<\/p>\n<p>damit m\u00f6glichst alle sprachrelevanten Anteile wieder h\u00f6rbar werden<br \/>\ndamit die H\u00f6rsch\u00e4digung geheilt wird<br \/>\ndamit sie in der Schublade liegen<br \/>\ndamit die Industrie viel Geld verdient<\/p>\n<h1>Wie wir herausfinden k\u00f6nnen, was Babies und Kleinkinder h\u00f6ren<\/h1>\n<p>Die wichtigsten Lernziele bestehen darin:<\/p>\n<p>zu wissen, welche Probleme bez\u00fcglich Diagnostik und Anpassung der technischen H\u00f6rhilfen in den ersten Lebensjahren bestehen<br \/>\nargumentieren zu k\u00f6nnen, warum eine H\u00f6rger\u00e4teversorgung trotzdem so fr\u00fch wie m\u00f6glich erfolgen sollte<br \/>\nerkennen, wie H\u00f6rf\u00e4higkeit von S\u00e4uglingen und Kleinkindern im Alltag festgestellt werden kann<\/p>\n<h2>H\u00f6rdiagnostik im 1. und 2. Lebensjahr<\/h2>\n<p>Durch die zunehmende Etablierung des Neugeborenen-H\u00f6rscreenings (NHS) (siehe Modul 1) werden die Kinder immer j\u00fcnger, die f\u00fcr eine umfassende p\u00e4daudiologische Diagnostik und die anschlie\u00dfende Versorgung mit technischen H\u00f6rhilfen in Frage kommen. Die damit verbundenen Besonderheiten (z.B. besondere anatomische Voraussetzungen, Bedeutung der H\u00f6rbahnreifung, schwer einzusch\u00e4tzende subjektive H\u00f6rreaktionen) m\u00fcssen angemessen ber\u00fccksichtigt werden und sind wesentliche Aspekte in der Elternberatung und der fr\u00fchen F\u00f6rderung.<\/p>\n<p>Audiometrie bei Kindern unterscheidet sich in einigen Punkten ganz wesentlich von der Erwachsenenaudiometrie. Aufmerksamkeitsspanne und Kooperationsf\u00e4higkeit sind gegen\u00fcber Erwachsenen deutlich eingeschr\u00e4nkt. Kinder erm\u00fcden rascher als Erwachsene und verlieren schneller das Interesse an der H\u00f6rmessung. Ein Nicht-Reagieren bedeutet daher nicht immer ein Nicht-H\u00f6ren. Es ist deshalb besonders wichtig, dass die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass die Audiometrie auch unter erschwerten Bedingungen gelingt. Dies bedeutet z.B. einen flexiblen Umgang mit dem Rhythmus der kindlichen Wach- und Schlafphasen. S\u00e4uglinge und Kleinkinder k\u00f6nnen mit dem entsprechenden p\u00e4dagogischen Know-how so motiviert werden, dass &#8211; zumindest f\u00fcr kurze Zeit \u2013 Aufmerksamkeit und Konzentration f\u00fcr das H\u00f6ren hergestellt wird. H\u00f6rmessungen m\u00fcssen von den Kindern gelernt werden, d.h. die genaue Ermittlung der H\u00f6rschwelle ist in den seltensten F\u00e4llen im Rahmen einer einzigen Messung zu ermitteln, sondern dies bedarf h\u00e4ufiger Widerholungen.<\/p>\n<p>Sowohl die Durchf\u00fchrung als auch die Auswertung der erhobenen Befunde erfordert eine genaue Kenntnis des geistigen und k\u00f6rperlichen Entwicklungsstandes des jeweiligen Kindes (siehe Modul 8), au\u00dferdem eine profunde Kenntnis der Entwicklung der H\u00f6rfunktion. Diese entwickelt sich in den ersten Lebensjahren permanent weiter, altersabh\u00e4ngige H\u00f6rreaktionen sind bei der Interpretation der Ergebnisse audiometrischer Daten unbedingt zu ber\u00fccksichtigen. So betr\u00e4gt die Reiz-Reaktionsschwelle eines Neugeborenen ca. 80 dB im Freifeld (FF), mit 3 Monaten ca. 60 dB im FF, mit 6 Monaten ca. 40-50 dB im FF, mit 1 Jahr ca. 30-40 dB im FF und mit 3 Jahren ca. 20 dB bezogen auf die Luftleitung. Die H\u00f6r- bzw. Reaktionsschwelle des Erwachsenen wird erst im Alter von ca. 6 Jahren erreicht.<\/p>\n<p>Solange das Kind uns keinerlei verbale R\u00fcckmeldung bez\u00fcglich seiner H\u00f6reindr\u00fccke geben kann, kann Diagnostik nur eine alters- und entwicklungsabh\u00e4ngige, kontinuierliche Verlaufsdiagnostik sein. Hierzu gibt es harte Daten wie die Ergebnisse der objektiven Audiometrie wie die Messung otoakustischer Emissionen (OAE) und die Hirnstammaudiometrie (BERA) (siehe Modul 1), die lediglich einen Teil der ben\u00f6tigten Daten liefern. Zurzeit lassen sich aus beiden Verfahren nur bedingt R\u00fcckschl\u00fcsse auf die tats\u00e4chliche H\u00f6rschwelle ziehen.<\/p>\n<p>Hinzu kommt die subjektive Audiometrie, die in diesem Alter weitgehend auf Verhaltensbeobachtung basiert. Hierzu z\u00e4hlen die Reflexaudiometrie und die Verhaltens- und Beobachtungsaudiometrie mit und ohne visuelle Belohnung.<\/p>\n<p>Hierbei ist wichtig zu wissen, dass unbedingte Reflexe nur bei sehr hohen Schallpegeln von 70 &#8211; 90 dB ausgel\u00f6st werden. Da bei der Schallempfindungsschwerh\u00f6rigkeit laute T\u00f6ne praktisch normal geh\u00f6rt werden, kann ein geringerer H\u00f6rverlust mit dieser Methode nicht bemerkt werden, d.h. normale Reflexe auf laute T\u00f6ne lassen keine Aussage bez\u00fcglich der H\u00f6rschwelle zu. Die H\u00f6rf\u00e4higkeit wird durch Beobachtung der verschiedenen Reaktionen des Kindes auf die akustische Stimulation beurteilt. Verschiedene Reflexe k\u00f6nnen hierbei durch akustische Reize ausgel\u00f6st und beobachtet bzw. gemessen werden:<\/p>\n<p>Moro-Schreck-Reflex (Sch\u00fcttelbewegung der Arme und Beine, das Kind Arme und Beine streckt von sich und zieht diese dann wieder an den K\u00f6rper)<br \/>\nAuropalebral-Reflex (Anspannung der Augenlider bei geschlossenen Augen oder schnelle Schlie\u00dfung bei ge\u00f6ffneten Augen)<br \/>\nAtemreflex (tiefe Einatmung gefolgt von 5-10sekundigem Atemstillstand, nach dem die Atmung sich wieder normalisiert)<br \/>\nStapediusreflex<br \/>\nDie unbedingten Neugeborenenreflexe werden zwischen dem 3. und 5. Lebensmonat abgebaut. Es entwickeln sich dann erste Orientierungsreaktionen. Bei der Verhaltens- und Beobachtungsaudiometrie geht es dann um die Ermittlung reproduzierbarer Reaktionen auf akustische Signale in Form von Verhaltens\u00e4nderungen. M\u00f6gliche Reaktionen k\u00f6nnen sein:<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderungen der Mimik<br \/>\nKopfdrehung oder \u2013bewegung<br \/>\nBewegung der Augen oder Augenbrauen<br \/>\nSaugaktivit\u00e4t: Innehalten oder verst\u00e4rktes Nuckeln<br \/>\nVer\u00e4nderungen der Atmung<br \/>\nArm- und\/oder Beinbewegung<br \/>\nF\u00fcr die Interpretation der in diesem Verfahren erhaltenen Antworten m\u00fcssen die Untersucher gro\u00dfe Erfahrung besitzen. Auch die Verhaltens- und Beobachtungsaudiometrie liefert keine vollst\u00e4ndigen Daten. Die auf diese Weise ermittelte H\u00f6rkurve stellt lediglich eine Reaktionsschwelle dar, da Kinder in diesem fr\u00fchen Alter noch nicht angeben k\u00f6nnen, wann sie einen Ton gerade geh\u00f6rt haben. Sie zeigen in der Regel erst dann eine Reaktion, wenn der Ton etwas lauter und deutlicher wahrzunehmen ist. Ist die Antwort positiv, bedeutet dies noch nicht, dass ein normales H\u00f6ren vorhanden ist. Bleibt die Antwort aus oder erfolgt sie stark verz\u00f6gert, bedeutet dies ebenfalls nicht zwingend, dass eine H\u00f6rsch\u00e4digung vorliegt. Daher reichen die in diesem Alter aus Reflex- und Verhaltensbeobachtungsaudiometrie abgeleiteten Reaktionen auf akustische Reize allein weder f\u00fcr eine H\u00f6rger\u00e4te-Anpassung noch f\u00fcr eine Indikationsstellung zu einer CI-Versorgung aus.<\/p>\n<p>Um diese Daten wirklich zu harten Daten werden zu lassen, m\u00fcssen in dieser fr\u00fchen Phase weiche Daten wie die systematisierte Verhaltensbeobachtung in unterschiedlichen Situationen miteinbezogen werden. Dazu gibt es Verfahren wie die videogest\u00fctzte Analyse von Interaktionsprozessen oder Fragebogeninventare. Reiz- und situationsabh\u00e4ngige H\u00f6rleistungen m\u00fcssen in der Audiometrie und im Alltag des Kindes (Familie, Tagesmutter, Krabbelgruppe, Kinderkrippe usw.) erfasst und dokumentiert werden. Sie sollten als Basisdaten f\u00fcr die H\u00f6rger\u00e4teoptimierung und f\u00fcr die Gestaltung eines individuellen F\u00f6rderangebotes erhoben, dokumentiert, genutzt und evaluiert werden (siehe Kapitel \u00a04).<\/p>\n<p>Auch bei Kleinkindern ist es sehr wichtig, in Erfahrung zu bringen, wie gut das jeweilige Resth\u00f6rverm\u00f6gen f\u00fcr die Sprachwahrnehmung genutzt werden kann. Es muss \u00fcberpr\u00fcft werden, wie das Kind Sprache h\u00f6rt und auditorisch wahrnimmt. Dies ist jedoch erst m\u00f6glich, wenn das Kind bereits in seiner Sprachentwicklung so weit vorangeschritten ist, dass es das Sprachmaterial der Sprachaudiometrie in seinen Wortschatz aufgenommen hat, denn es muss nachsprechen oder auf vor ihm liegende Bildkarten zeigen, was es geh\u00f6rt hat. Eine Alternative k\u00f6nnte hierbei das von der Eargroup Antwerpen (http:\/\/www.eargroup.net\/) entwickelte Verfahren A\u00a7E (The Auditory Speech Sound Evaluation) sein. Hier wurde aus isolierten Sprachlauten (Phonemen), die in vielen Sprachen vorkommen, ein Testmaterial zur Entdeckung, Diskrimination und Identifikation zusammengestellt, das unabh\u00e4ngig vom Sprachentwicklungsstand und der jeweiligen Muttersprache eingesetzt werden kann.<\/p>\n<p>Eine andere M\u00f6glichkeit ist der so genannte Ling- Test des kanadischen Audiologen Daniel Ling. Dieser sehr einfach durchzuf\u00fchrende Test, liefert sehr verl\u00e4ssliche Aussagen. Es werden die sechs Phoneme [A], [i], [u], [s] [m] und [S] verwendet, die sich in ihrer Frequenz unterscheiden und dabei den gesamten Frequenzbereich repr\u00e4sentieren. Sie decken das gesamte Sprachspektrum ab, das man h\u00f6ren muss, wenn man die Lautsprache verstehen will. Das Kind sollte in der Lage sein, diese sechs Laute akustisch voneinander zu unterscheiden. Dem Kind wird jeweils mit normaler Sprechlautst\u00e4rke ein Laut vorgesprochen. Der Abstand vom Kind kann dabei individuell festgelegt werden. Je nach Alter und Sprachkompetenz zeigt das Kind an, ob es den Laut geh\u00f6rt hat, es spricht den Laut einfach nach oder zeigt auf das dazugeh\u00f6rige Bild. Kann das Kind alle Laute gut diskriminieren, kann man davon ausgehen, dass es aus audiologischer Sicht in der Lage ist, die wichtigsten auditiven Elemente der Lautsprache zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Abb. 2: Phonemverteilung des 6-Sprachlaute Tests nach Ling<\/p>\n<h2>Anpassung technischer H\u00f6rhilfen in den ersten Lebensjahren<\/h2>\n<p>Eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr eine gelungene H\u00f6rger\u00e4teanpassung bei Kindern ist zun\u00e4chst die richtige Diagnose der H\u00f6rsch\u00e4digung und eine m\u00f6glichst genaue Kenntnis der H\u00f6rschwelle. Genau diese Ermittlung einer zuverl\u00e4ssigen H\u00f6rschwelle gestaltet sich oft als schwierig (siehe Kapitel 3.1). Eine Anpassung von H\u00f6rger\u00e4ten muss zun\u00e4chst mit unvollst\u00e4ndigen Daten realisiert werden. Hinzu kommt, dass das H\u00f6ren besonders in den ersten Lebensjahren einer permanenten Weiterentwicklung unterliegt. Auch wenn bei S\u00e4uglingen und Kleinkindern das tats\u00e4chliche Ausma\u00df der H\u00f6rsch\u00e4digung noch nicht sicher ermittelt werden kann, sollte dennoch die H\u00f6rger\u00e4teversorgung eingeleitet werden. Es m\u00fcssen aber im weiteren Verlauf h\u00e4ufige diagnostische Ma\u00dfnahmen begleitend eingesetzt werden und die Ergebnisse im Sinne einer \u201egleitenden Anpassung\u201c ber\u00fccksichtigt werden. Die Anpassung ist ein Prozess, der sich \u00fcber mehrere Monate erstreckt. Anfangs geht es v.a. darum \u00fcberhaupt eine H\u00f6rreaktion zu erreichen. Hierbei wird man sehr vorsichtig vorgehen. In den Folgeanpassungen wird man versuchen, die Grenzen zu erweitern und die bestm\u00f6gliche Einstellung finden, um optimale Voraussetzungen f\u00fcr den Spracherwerb zu schaffen. Dank moderner, nicht linearer H\u00f6rger\u00e4tetechnik (siehe Modul 3) besteht heutzutage weniger die Gefahr, dass dem Kinderohr zu hohe Schallpegel zugef\u00fchrt werden, da laute Signale deutlich weniger verst\u00e4rkt werden als leise. Dadurch steht jetzt die Frage nach einer ausreichenden Stimulation des H\u00f6rnervs im Hinblick auf einen H\u00f6r-Spracherwerb, der dem h\u00f6render Kinder gleich kommt.<\/p>\n<p>Auch bei der Anpassung haben wir harte Daten, die uns Auskunft geben, welche Eigenschaften das H\u00f6rger\u00e4t oder CI hat und wie es angepasst bzw. programmiert ist. Diese allein sind jedoch nicht ausreichend. Hochgradig h\u00f6rgesch\u00e4digte S\u00e4uglinge und Kleinkinder sind in dieser fr\u00fchen Phase noch nicht in der Lage, R\u00fcckmeldungen bez\u00fcglich der Wirksamkeit der H\u00f6rhilfe zu geben. Sie haben keine H\u00f6rerfahrung als Vergleichsgr\u00f6\u00dfe \u2013 im Gegenteil sie sollen mit der jeweiligen technischen H\u00f6rhilfe erstmals das H\u00f6ren lernen. Hier helfen ebenfalls nur differenzierte Verhaltensbeobachtungen in unterschiedlichen H\u00f6rumgebungen im Alltag. Eine st\u00e4ndige Kontrolle unter Ber\u00fccksichtigung der Beobachtungen der Eltern und anderer Bezugspersonen ist wichtig, um schrittweise die bestm\u00f6gliche H\u00f6rger\u00e4te-Einstellung zu erreichen (siehe Kapitel \u00a04).<\/p>\n<p>Es ist in dieser Phase sehr entscheidend, die Eltern f\u00fcr die Bedeutung der H\u00f6rtechnik zu sensibilisieren, indem ihnen bewusst gemacht wird, was das Kind mit und ohne technische H\u00f6rhilfen h\u00f6ren kann (siehe Kapitel 2.2). Sie m\u00fcssen lernen, wie sie die Technik managen k\u00f6nnen und was z.B. zu tun ist, wenn das H\u00f6rger\u00e4t beim Stillen oder F\u00fcttern des Babys pfeift.<\/p>\n<p>Wird das H\u00f6rger\u00e4t von einem Kind abgelehnt, so kann dies an der neuen, ungewohnten Situation liegen oder aber Ursachen haben, die dringend behoben werden sollten (z.B. Ohrpassst\u00fcck dr\u00fcckt, Entz\u00fcndung oder Allergie im Geh\u00f6rgang, falsche Einstellung des H\u00f6rger\u00e4ts) (siehe Modul 3). Besonders in den ersten Wochen und Monaten sind engmaschige Kontrollen durch den Audiologen oder die Klinik notwendig.<\/p>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<p>H\u00f6rdiagnostik und die Versorgung mit technischen H\u00f6rhilfen ist bereits im 1. Lebensjahr eine Notwendigkeit, damit die Chance der Fr\u00fcherkennung durch die Etablierung des Neugeborenen-H\u00f6rscreenings wirklich genutzt wird. Es ist deutlich geworden, dass wir bezogen auf die fr\u00fche Kindheit noch Entwicklungsbedarf haben, wie geeignete diagnostische Verfahren f\u00fcr diese Altersstufe aussehen. Feststeht, dass die Messparameter allein derzeit nicht ausreichend sind und weiche Daten besonders in der fr\u00fchen Kindheit, wenn die Kinder uns noch keine R\u00fcckmeldung bez\u00fcglich ihres H\u00f6reindrucks geben k\u00f6nnen, eine hohe Relevanz haben. Entscheidend ist eine kontinuierliche Verlaufsdiagnostik, in der nicht nur die Anpassung der technischen H\u00f6rhilfen optimiert wird, sondern auch die Entwicklungsbereiche H\u00f6ren, Beziehungsentwicklung, Sprachentwicklung Sozialentwicklung f\u00f6rderdiagnostisch begleitet werden.<\/p>\n<h2>Evaluation<\/h2>\n<p>In welchem Alter erreicht die H\u00f6rschwelle von Kindern die H\u00f6rschwelle des Erwachsenen?<\/p>\n<p>mit 3 Jahren<br \/>\nmit 6 Jahren<br \/>\nsofort bei Geburt<br \/>\nmit 1 Jahr<br \/>\nWarum ist die Aussagekraft der Verhaltens- und Beobachtungsaudiometrie begrenzt?<\/p>\n<p>weil die Kinder nur auf sehr hohe Schallpegel \u00fcberhaupt reagieren<br \/>\nweil die Interpretation durch verschiedene Personen erfolgt<br \/>\nweil Babies und S\u00e4uglinge sich nicht gerne beobachten lassen<br \/>\nweil auch bei positiven Reaktionen nicht automatisch auf ein normales H\u00f6rverm\u00f6gen geschlossen werden kann<br \/>\nWas ist kein schlagkr\u00e4ftiges Argument gegen eine H\u00f6rger\u00e4teanpassung bei S\u00e4uglingen?<\/p>\n<p>ungen\u00fcgende Information \u00fcber den Verlauf der H\u00f6rschwelle<br \/>\nmangelnde Kooperation des Kindes<br \/>\nunterschiedliche anatomische Verh\u00e4ltnisse des Geh\u00f6rgangs<br \/>\njunges Lebensalter des Kindes (z.B. 3 Monate)<br \/>\nWomit kann man einsch\u00e4tzen, ob die wichtigsten Elemente der Lautsprache geh\u00f6rt werden?<\/p>\n<p>mit Hilfe der objektiven Audiometrie (OAE, BERA-Messung)<br \/>\ngar nicht, da das Kind uns dies noch nicht sagen kann<br \/>\nmit Hilfe der Aufbl\u00e4hkurve<br \/>\nmit Hilfe des Ling-Tests<br \/>\nWie kann die Wirksamkeit der H\u00f6rger\u00e4teversorgung bei einem Baby von 6 Monaten beurteilt werden?<\/p>\n<p>durch Sprachentwicklungstests<br \/>\ndurch Auslesen der H\u00f6rger\u00e4teparameter in der Messbox<br \/>\ndurch Fragebogeninventare zur Beurteilung der H\u00f6rentwicklung im Alltag<br \/>\ndurch sichere Lokalisation der Schallquelle<\/p>\n<h1>Anleitung, wie man das H\u00f6ren von Kindern mit H\u00f6rsch\u00e4digung unterst\u00fctzen kann<\/h1>\n<p>Die wichtigsten Lernziele bestehen darin:<\/p>\n<p>wesentliche Meilensteine der H\u00f6rentwicklung kennen<br \/>\nKriterien zu haben, wie die H\u00f6rentwicklung des h\u00f6rgesch\u00e4digten Kindes dokumentiert werden kann<br \/>\nzu verstehen, wie durch den Einsatz von Entwicklungsprotokollen die h\u00f6rtechnische Versorgung und die Fr\u00fchf\u00f6rderung evaluiert werden k\u00f6nnen<\/p>\n<h2>Meilensteine der H\u00f6rentwicklung<\/h2>\n<p>Wie sich die H\u00f6rfunktion entwickelt, wie aus funktionalem H\u00f6ren verstehendes H\u00f6ren wird, ist nicht nur eine Folge von Reifungsprozessen, sondern v.a. davon abh\u00e4ngig, dass im richtigen Zeitfenster die richtigen Lernangebote gemacht werden. Um den Verlauf der H\u00f6rentwicklung beim h\u00f6rgesch\u00e4digten Kind beurteilen zu k\u00f6nnen, ist es wichtig, sich vor Augen zu halten, wie die Entwicklung der H\u00f6rfunktion beim h\u00f6renden Kind verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Bei h\u00f6renden Kindern beginnt die H\u00f6rentwicklung beginnt bereist in den letzten vier Monaten der Schwangerschaft. Pr\u00e4lingual geh\u00f6rlosen Kindern fehlt m\u00f6glicherweise diese fr\u00fche H\u00f6rerfahrung. Insbesondere im ersten und zweiten Lebensjahr finden wichtige Prozesse in der physiologischen Reifung der H\u00f6rbahn statt, die die Voraussetzung f\u00fcr die Entwicklung einer normalen auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung sind.<\/p>\n<p>Wie in 3.1 beschrieben, reagieren neugeborene Kinder zun\u00e4chst nur auf sehr laute Schallereignisse. Bis zum 5. Monat erfolgt nicht unbedingt eine unmittelbare Antwort auf laute Sprache, wenn diese von au\u00dferhalb des Sichtbereichs kommt. Es kann sein, dass das Baby nur ein- oder zweimal auf das H\u00f6rangebot reagiert und sp\u00e4ter auf das gleiche Angebot nicht mehr. Zun\u00e4chst wird das Kind wahrnehmen und entdecken, dass es eine akustische Umwelt gibt und H\u00f6reindr\u00fccken zunehmend mehr Aufmerksamkeit schenken. Es h\u00e4lt m\u00f6glicherweise kurz inne, h\u00f6rt auf sich zu bewegen und horcht. Es unterscheidet zwischen dem Wahrnehmen eines Ger\u00e4usches und der Stille. Mit drei Monaten kann es vermehrt auch leisere Schallreize wahrnehmen. Besondere Bedeutung in dieser Phase hat die Stimme der Eltern. In dieser fr\u00fchen Phase wei\u00df auch das h\u00f6rende Kind noch nicht, dass Ger\u00e4usche oder Sprache Bedeutung haben. Mit etwa sechs Monaten ist ein h\u00f6rendes Kind in der Lage, sich der Schallquelle zuzuwenden. Es beginnt die Ger\u00e4uschquelle zu suchen. Die F\u00e4higkeit zur Schalllokalisation ist bedeutend f\u00fcr das r\u00e4umliche H\u00f6ren und bildet einen der wesentlichen Meilensteine in der H\u00f6rentwicklung eines Kindes. Mit sechs Monaten werden die Antworten des Kindes deutlicher. Es zeigt Interesse f\u00fcr Musik. Das Kind entdeckt seine eigene Stimme und im Alter von neun Monaten kann es bereits die Stimmen bekannter Personen voneinander unterscheiden. Es erkennt verschiedene Ger\u00e4usche des t\u00e4glichen Lebens und reagiert entsprechend auf diese. Es erkennt die Prosodie der Sprache wie Dauer, Tonh\u00f6he, unterschiedliche Lautst\u00e4rken, Rhythmus und Betonung. Es horcht, wenn es angesprochen wird.<\/p>\n<p>Weitere Schritte sind die die F\u00e4higkeit zur Unterscheidung von Gleichheit und Unterschieden von zwei oder mehreren sprachlichen \u00c4u\u00dferungen, d.h. das Kind muss lernen die Reihenfolgen sprachlicher \u00c4u\u00dferungen zu beachten. Die H\u00f6rentwicklung geht jetzt Hand in Hand mit der Sprachentwicklung (siehe Modul 8). Das Kind erlangt die F\u00e4higkeit, den Namen eines Gegenstandes zu wiederholen, auf ihn zu zeigen oder einen Auftrag auszuf\u00fchren. Es kann die Ling-Laute erkennen und unterscheiden, W\u00f6rter mit unterschiedlicher Silbenzahl sowie W\u00f6rter mit gleichen Vokalen aber unterschiedlichen Konsonanten und umgekehrt identifizieren. Es versteht t\u00e4glich wiederkehrende Auftr\u00e4ge und in der Familie \u00fcbliche Ausdr\u00fccke (z.B. es zeigt auf K\u00f6rperteile, wenn es danach gefragt wird). Es versteht einfache Aufforderungen und Fragen (z.B. \u201eGib mir den Ball\u201c, \u201eGib der Puppe einen Kuss\u201c, \u201eWo ist dein Schuh?\u201c). Das Verstehen der Sprache \u00fcber das Ohr zeigt sich z.B. durch das Beantworten von Fragen, wobei das Kind nicht die gleiche Formulierung gebrauchen muss wie der Fragende. Das Kind will Geschichten erz\u00e4hlt oder vorgelesen bekommen und versteht diese. Es zeigt auf Bilder in einem Bilderbuch, wenn diese benannt werden. Es kann zunehmend mehrgliedrige Auftr\u00e4ge ausf\u00fchren und wird immer mehr zu einem kompetenten Gespr\u00e4chspartner. Es versteht zunehmend auch Sprache, die nicht direkt an das Kind gerichtet ist, wenn die Eltern telefonieren (Schmid-Giovannini o.J.). Die folgende Tabelle fasst dies noch einmal zusammen:<br \/>\nEntwicklung des H\u00f6rens<br \/>\nGeburt<br \/>\nWahrnehmen von H\u00f6reindr\u00fccken<br \/>\n\u2193<br \/>\nAuditive Aufmerksamkeit<br \/>\n\u2193<br \/>\nLokalisation des H\u00f6reindrucks<br \/>\n\u2193<br \/>\nDiskrimination von H\u00f6reindr\u00fccken<br \/>\n\u2193<br \/>\nAuditives Feedback-System<br \/>\n\u2193<br \/>\nErkennen der eigenen Stimme<br \/>\n\u2193<br \/>\nAufnahme von Reihenfolgen<br \/>\n\u2193<br \/>\nVerstehen von Sprache<br \/>\n\u2193<br \/>\n5. Lebensjahr<br \/>\nH\u00f6rverstehen auf hohem Niveau<br \/>\nTabelle 1: Entwicklungsabfolge von H\u00f6ren und Sprechen (Schmid-Giovannini o.J.)<\/p>\n<h2>H\u00f6rentwicklung beim h\u00f6rgesch\u00e4digten Kind<\/h2>\n<p>Das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind durchl\u00e4uft die gleichen Stufen wie das h\u00f6rende Kind. Um das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kinde weder zu unter- noch zu \u00fcberfordern, ist es wichtig, zu wissen, auf welcher Stufe das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind steht und welcher Schritt als N\u00e4chster zu erwarten ist. Dann erst kann die Frage gestellt werden, wie dieser Schritt erreicht werden kann. In diesem Zusammenhang ist weniger das chronologische Alter des Kindes als vielmehr sein H\u00f6ralter ausschlaggebend. H\u00f6ralter bedeutet den Zeitraum ab dem Beginn der ersten H\u00f6rger\u00e4teanpassung bzw. der ersten Programmierung des Sprachprozessors. So hat beispielsweise ein einj\u00e4hriges Kind, das mit sechs Monaten H\u00f6rger\u00e4te oder ein CI bekommen hat, ein H\u00f6ralter von ca. sechs Monaten. Wie schnell ein Kind anf\u00e4ngt zu h\u00f6ren und Sprache \u00fcber das Ohr erkennen lernt, wie schnell es beginnt, diese zu entwickeln ist von vielen individuellen Faktoren abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Hat das Kind H\u00f6rger\u00e4te bekommen, erwarten die Eltern h\u00e4ufig eine schnelle Wirkung. Sie erhoffen sofortige Akzeptanz und deutlich sichtbare Reaktionen. H\u00f6rger\u00e4te oder ein CI erm\u00f6glichen es dem Kind, qualitativ gut zu h\u00f6ren, aber noch nicht eindeutig erkennen, was sie h\u00f6ren und woher es kommt. Erst in der Verbindung mit der Handlung, den Objekten und Subjekten wird die Bedeutung des Geh\u00f6rten deutlich. Dabei ist es sehr wichtig, sensibel kleinste Schritte der H\u00f6rentwicklung wahrzunehmen und jede H\u00f6rreaktion des Kindes positiv zu verst\u00e4rken, wenn es lauscht, auf Ger\u00e4uschquellen reagiert, sich umdreht, nachahmt. Eltern und Fachleute m\u00fcssen darauf vertrauen, dass das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind h\u00f6ren lernen kann, wenn alle oben genannten Aspekte ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<h2>Wie man die H\u00f6rentwicklung verfolgen kann und sicherstellt, dass sie auf dem richtigen Weg ist<\/h2>\n<p>H\u00f6rsch\u00e4digungen k\u00f6nnen heutzutage durch das Neugeborenen-H\u00f6rscreening fr\u00fchzeitig erkannt und versorgt werden (siehe Modul 1). Ob die H\u00f6rger\u00e4teversorgung ausreichend ist oder ob sie optimiert werden sollte, ob fr\u00fchzeitig die Versorgung mit einem CI ansteht, kann nur beurteilt werden, indem die H\u00f6rentwicklung sorgf\u00e4ltig dokumentiert wird. Es ist wichtig, den Eltern, Tagesm\u00fcttern und Erzieherinnen Kriterien an die Hand zu geben, wie sie die Antworten des Kindes auf auditive Reize erkennen k\u00f6nnen und wovon dies abh\u00e4ngt. Um zu sehen, auf welcher Stufe der H\u00f6rentwicklung das Kind sich befindet, und ob Entwicklung stattfindet oder stagniert, gibt es eine Reihe von Fragebogeninventaren, die z.T. in mehreren Sprachen erh\u00e4ltlich sind. In diesen Frageb\u00f6gen werden Eltern, Tagesm\u00fctter, Erzieher und Fr\u00fchf\u00f6rderer als Beobachter angesprochen, um gezielt die H\u00f6rreaktionen und das H\u00f6rverhalten des Kindes anhand von Leitfragen zu beantworten und damit bestimmte Meilensteine zu dokumentieren. Es ist nicht die Aufgabe der Erzieher die Protokolle auszuf\u00fcllen. Sie sollten lediglich wissen, dass es diese Verfahren gibt und darauf achten, dass Eltern und Fachkr\u00e4fte diese sorgf\u00e4ltig nutzen. Beispiele f\u00fcr Fragebogensammlungen sind:<\/p>\n<p>Dokumentation der H\u00f6rentwicklung<\/p>\n<p>LittlEARS-H\u00f6r-Fragebogen (MED-EL 2003)<\/p>\n<p>Der \u201eLittlEARS H\u00f6r-Fragebogen\u201c ist ein Elternfragebogen zur Erfassung der fr\u00fchen H\u00f6rentwicklung von Kindern nach dem Neugeborenen-H\u00f6rscreening von der Geburt bis zu 24 Monaten, bzw. von Kindern mit CI oder H\u00f6rger\u00e4t mit einem H\u00f6ralter von 0 bis 24 Monaten im allt\u00e4glichen Umfeld. Er ist das erste Modul der \u201eLittleEARS Batterie\u201c, die darauf abzielt, die vorsprachliche H\u00f6rentwicklung bei sehr kleinen Kindern zu erfassen. Er besteht aus 35 Fragen, die von den Eltern lediglich mit ja oder nein beantwortet werden sollen. Die Anzahl der mit ja beantworteten Fragen ergibt einen Gesamtscore, der mit dem jeweiligen H\u00f6ralter korreliert. Dieser wird mit den aufgef\u00fchrten kritischen Werten verglichen. Erreicht ein Kind einen Wer \u00fcber dem Mindestwert (d.h. den Wert, den das Kind in diesem H\u00f6ralter mindestens erzielen sollte), kann von einer altersgem\u00e4\u00dfen H\u00f6rentwicklung ausgegangen werden.<\/p>\n<p>Der \u201eLittlEARS H\u00f6r-Fragebogen\u201c ist in folgenden Sprachen erh\u00e4ltlich: Deutsch, Englisch, Franz\u00f6sisch, Spanisch, Bulgarisch, Holl\u00e4ndisch, Finnisch, Norwegisch, Serbisch, Slowakisch, Slowenisch und T\u00fcrkisch.<\/p>\n<p>Mein LittlEARS-Tagebuch (MED-EL 2005)<\/p>\n<p>In \u201eMein LittleEARS Tagebuch\u201c werden Informationen \u00fcber die fr\u00fche H\u00f6r-, Sprech- und Sprachentwicklung gesammelt. Es dient der Aufzeichnung der Informationen und der Bewertung der fr\u00fchen Entwicklung h\u00f6rgesch\u00e4digter Kinder mit H\u00f6rger\u00e4t oder CI. Diese Informationen bilden die Basis f\u00fcr Forschung und Therapie.<\/p>\n<p>Es enth\u00e4lt:<\/p>\n<p>ein Tagebuch f\u00fcr die Eltern mit Anleitungen zur gezielten Beobachtung des kindlichen Verhaltens<br \/>\nein Elternhandbuch mit einer Beschreibung des Tagebuchs<br \/>\nein Handbuch f\u00fcr den Therapeuten mit einer \u00dcbersicht \u00fcber die Meilensteine der H\u00f6rentwicklung in den beiden ersten Lebens- bzw. H\u00f6rjahren<br \/>\neine Anleitung zur Verwendung des Tagebuchs in der therapeutischen Praxis<br \/>\nTagebuch\u00fcbersichtsb\u00f6gen zur Dokumentation von Fragen und Beobachtungen aus dem Tagebuch und Berichten der Eltern<br \/>\neine Liste der \u201eersten W\u00f6rter\u201c des h\u00f6rgesch\u00e4digten Kindes<br \/>\n\u201eMein LittlEARS Tagebuch\u201c ist in Deutsch und Englisch erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Monitoring Protocol for Deaf Babies and Children (Lewis et al 2006)<\/p>\n<p>Das Monitoring Protocol for Deaf Babies and Children von ist Teil des zentralen und gut evaluierten Regierungsprogramms Early Support in Gro\u00dfbritannien (www.earlysupport.org.uk). Es dient dazu Entwicklungsfortschritte des h\u00f6rgesch\u00e4digten Kindes f\u00fcr das Alter 0-3 Jahre zu erkennen, zu dokumentieren und zu wissen, welcher Entwicklungsschritt als n\u00e4chster kommt. Es bildet die Grundlage f\u00fcr Diskussionen und Entscheidungsfindung zwischen Eltern und unterschiedlichen Fachdisziplinen. Es besteht aus einem umfangreichen Handbuch zur Verwendung des Protokolls und dem eigentlichen Protokoll mit \u00dcbersichtstabellen und sehr ausf\u00fchrlichen und konkreten Checklisten zur Verhaltensbeobachtung in den Bereichen Kommunikation, Aufmerksamkeit, Lauschen und Vokalisation, Sozial-emotionale Entwicklung, Andere Meilensteine der Entwicklung und Spiel. Besonders differenziert und detailliert werden diejenigen Bereiche erfasst, die von der H\u00f6rsch\u00e4digung beeinflusst werden. Hier wird noch einmal zwischen Aufmerksamkeit, Lauschhaltung \/ Horchen und Vokalisation \/ Lautentwicklung unterschieden. Au\u00dferdem enth\u00e4lt es Zusammenfassungen aller Entwicklungsmerkmale, mit deren Hilfe man die einzelnen Entwicklungsbereiche vergleichen kann und Entwicklungsprofile mit farblicher Kennzeichnung, um Fortschritte und auch unterschiedliche Entwicklungsniveaus zum gleichen Zeitpunkt sichtbar zu machen.<\/p>\n<p>ELF \u2013 Early Listening Function (Anderson K.L 2002)<\/p>\n<p>http:\/\/www.phonak.ch\/ccch\/professional-2\/pediatrics\/diagnostic.htm<\/p>\n<p>ELF soll Eltern und Erziehern einen Einblick in das funktionelle H\u00f6ren von S\u00e4uglingen und Kleinkindern erm\u00f6glichen. Es enth\u00e4lt sehr genaue Beschreibungen, wie bestimmte Beobachtungen im Alltag erhoben werden k\u00f6nnen. Es verfolgt drei Hauptziele:<\/p>\n<p>Aktive Einbeziehung der Eltern \/Empowerment<br \/>\nBeurteilen der Wirksamkeit der h\u00f6rtechnischen Versorgung anhand von Alltagsbeobachtungen<br \/>\nDokumentation der Fortschritte der H\u00f6rentwicklung<br \/>\nAuch bei ELF sollen die Antworten dem Fr\u00fchf\u00f6rderteam zug\u00e4nglich gemacht werden um das Fr\u00fchf\u00f6rderprogramm auf die individuellen Bed\u00fcrfnisse der Familie anzupassen. Die H\u00f6rreize sind nicht kalibrierte Signale, sondern es geht darum zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob verschieden leise und laute Aktivit\u00e4ten wie z.B. \u201eMami singt ein Lied\u201c aus f\u00fcnf unterschiedlichen Entfernungen geh\u00f6rt werden bzw. eine H\u00f6rreaktion erfolgt. ELF ber\u00fccksichtigt das Verstehen in Ruhe und im St\u00f6rger\u00e4usch. Es ist kein Diagnosewerkzeug oder formales Screeningverfahren, um eine H\u00f6rsch\u00e4digung zu entdecken, und kann nicht akustische Messverfahren zur Verifikation der H\u00f6rger\u00e4teanpassung ersetzen. Es sollen gemeinsam mit den Eltern und Erziehern Informationen gewonnen werden, wie das Kind seine H\u00f6rf\u00e4higkeiten in bestimmten H\u00f6rsituationen im Alltag des Kindes einsetzt.<\/p>\n<p>Ein zweiter Bogen wird immer dann ausgef\u00fcllt, wenn eine neue Anpassung erfolgt, eine neue Map (CI-Programm) erstellt wurde oder Zusatztechnik wie die FM-Anlage eingesetzt wird. Auf einer f\u00fcnfstufigen Skala sollen Ver\u00e4nderungen zu konkret benannten H\u00f6rreaktionen eingetragen werden.<\/p>\n<p>Aus den Beobachtungen sollen in Zusammenarbeit mit den Audiologen \/ Fr\u00fchf\u00f6rderern konkrete F\u00f6rderma\u00dfnahmen abgeleitet werden.<\/p>\n<p>ELF ist in Englisch verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Verifikation der h\u00f6rtechnischen Versorgung<\/p>\n<p>Es ist sehr wichtig, das Kind ernst zu nehmen, wenn es \u00fcber Probleme mit H\u00f6rger\u00e4t oder CI klagt. Probleme k\u00f6nnen in technischen Einstellungen begr\u00fcndet sein oder aber\u00a0 aus Problemen mit dem Ohrpassst\u00fcck resultieren (siehe Modul 3). Zur Beurteilung von H\u00f6rreaktionen und Trageakzeptanz der H\u00f6rhilfen im Alltag werden ebenfalls Fragebogeninventare eingesetzt. Beispiel sind die von einer interdisziplin\u00e4ren Arbeitsgruppe aus Deutschland erstellten Elternfrageb\u00f6gen, die in Deutsch und Englisch verf\u00fcgbar sind und im Internet abgerufen werden k\u00f6nnen bzw. bei Widex Deutschland zu beziehen sind. Dies sollen einerseits helfen, Beobachtungen systematisch zu erheben, andererseits aber auch aufzeigen k\u00f6nnen, wo m\u00f6glicherweise Problembereiche liegen. Auch ein Vergleich des H\u00f6rerfolges mit unterschiedlichen H\u00f6rger\u00e4te-Typen im Alltag sowie eine Beobachtung der H\u00f6rentwicklung sollen anhand der Ergebnisse in den Fragebogen m\u00f6glich sein. Es gibt unterschiedliche Inventare f\u00fcr das Alter 0-3 und 3-6:<\/p>\n<p>Fragebogen und Anleitung der Eltern f\u00fcr den Einsatz bei S\u00e4uglingen und Kleinkindern, die bisher noch nicht selbst sprechen:<br \/>\nBeobachtungsfragebogen<br \/>\nobservationquestionaire english<br \/>\nFragebogen f\u00fcr den Einsatz bei Kindern im Alter von 3-6 Jahren, die bereits angefangen haben lautsprachlich zu kommunizieren:<br \/>\nElternfragebogen Modul 2 Teil1<br \/>\nElternfragebogen Modul 2 Teil 2<br \/>\nparentquestionaire part 1 english<br \/>\nparentquestionaire part 2 english<br \/>\nHier wird sehr konkret nach Einsatz, Akzeptanz und Problemen bei der H\u00f6rger\u00e4teversorgung gefragt. Vier Auswahlantworten sollen den Eltern oder Erziehern helfen, ihre Beobachtungen gezielt durchzuf\u00fchren. Die Fragen sollen von den Eltern zu Hause beantwortet werden und die Antworten k\u00f6nnen dann von den betreuenden Fachleuten bei der Besprechung mit den Eltern in eine Auswertetabelle \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p>Neben der H\u00f6rentwicklung ist auch die Entwicklung sind anderen Entwicklungsbereichen wie die Entwicklung von fr\u00fchkindlicher Eltern-Kind Interaktion, Sprache, Kognition, Motorik, Spiel und sozial-emotionalem Verhalten zu beobachten und zu dokumentieren (siehe Modul 8).<\/p>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<p>H\u00f6rgesch\u00e4digte Kinder durchlaufen dieselben Stufen der H\u00f6rentwicklung wie h\u00f6rende Kinder, jedoch nicht unbedingt im gleichen chronologischen Alter. Eine Kenntnis der Entwicklungsabfolge ist hilfreich um zu beurteilen, welcher Lernschritt der n\u00e4chste ist. Eine qualitative Erfassung der H\u00f6rentwicklung bezieht ihre Daten zum gro\u00dfen Teil aus dem Alltag des Kindes und seinem H\u00f6rverhalten in unterschiedlichsten Situationen. Fragebogeninventare und Entwicklungsprotokolle leisten einen entscheidenden Beitrag zur Evaluation der H\u00f6rtechnik und der Fr\u00fchf\u00f6rderung im Alter von 0-3.<\/p>\n<h2>Evaluation<\/h2>\n<p>Welche H\u00f6rfunktionen k\u00f6nnen von einem 2 Monate alten S\u00e4ugling erwartet werden?<\/p>\n<p>sichere Lokalisation der Schallquelle<br \/>\nsichere Reaktion auf leise Schallereignisse<br \/>\ndeutlich sichtbare Reaktion auf laute Schallereignisse<br \/>\nGezielte Aufmerksamkeit auf akustische Ereignisse<br \/>\nWelche H\u00f6rfunktionen k\u00f6nnen von einem 6 Monate alten S\u00e4ugling erwartet werden?<\/p>\n<p>sichere Lokalisation der Schallquelle<br \/>\nsichere Reaktion auf leise Schallereignisse in ger\u00e4uscherf\u00fcllter Umgebung<br \/>\ndeutlich sichtbare Reaktion nur auf laute Schallereignisse<br \/>\nUnterscheidung von W\u00f6rtern, die \u00e4hnlich klingen<br \/>\nWie kann man fr\u00fchzeitig feststellen, dass H\u00f6rentwicklung stattfindet?<\/p>\n<p>regelm\u00e4\u00dfige Durchf\u00fchrung der Tonaudiometrie<br \/>\ndurch die objektive Audiometrie<br \/>\ndurch den Vergleich mit der Sprachentwicklung<br \/>\ndurch Beobachtung und Dokumentation von H\u00f6rreaktionen im Alltag mit Hilfe von Frageb\u00f6gen oder Entwicklungsprotokollen<br \/>\nWas muss man tun, wenn die H\u00f6rentwicklung stagniert?<\/p>\n<p>abwarten, denn Kinder brauchen unterschiedlich lange Zeit<br \/>\nOptimierung der H\u00f6rtechnik und Evaluation der Fr\u00fchf\u00f6rderung<br \/>\nein sofortiges intensives H\u00f6rtraining einleiten<br \/>\ndas Kind in eine Spezialeinrichtung f\u00fcr H\u00f6rgesch\u00e4digte schicken<\/p>\n<h1>Akustische Rahmenbedingungen in der fr\u00fchen Kindheit<\/h1>\n<p>Die wichtigsten Lernziele bestehen darin:<\/p>\n<p>Einflussfaktoren zu kennen, die die Verst\u00e4ndlichkeit in geschlossenen R\u00e4umen beeinflussen<br \/>\nzu verstehen, warum eine schlechte Raumakustik f\u00fcr das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind noch viel belastender ist als f\u00fcr h\u00f6rende Menschen<br \/>\nM\u00f6glichkeiten der Optimierung zu kennen und diese situationsad\u00e4quat einsetzen zu k\u00f6nnen<\/p>\n<h2>\u00a0Einflussfaktoren auf die Sprachverst\u00e4ndlichkeit in geschlossenen R\u00e4umen<\/h2>\n<p>Die Umgebung, in der das Kind Sprache aufnehmen soll, ist nicht immer ideal. Umweltger\u00e4usche k\u00f6nnen das Verstehen der Sprache sehr erschweren, manchmal sogar unm\u00f6glich machen. Die Akustik eines Raums tr\u00e4gt entscheidend dazu bei, wie Geh\u00f6rtes aufgenommen und dem Gehirn pr\u00e4sentiert wird. Es ist deshalb besonders wichtig die Bedingungen so g\u00fcnstig wie m\u00f6glich zu gestalten. Die akustischen Bedingungen in einer Umgebung sind dann besonders gut, wenn in verschiedenen Situationen Ger\u00e4usche, Musik oder Sprache gut h\u00f6rbar und erkennbar sind. Faktoren, die das H\u00f6ren und Verstehen gesprochener Sprache massiv behindern bzw. st\u00f6ren und meist in Kombination auftreten, sind St\u00f6rschall, Entfernung und Nachhall.<\/p>\n<p>St\u00f6rschall<\/p>\n<p>Auch kleine Kinder sind h\u00e4ufig in Umgebungen, die selten absolut ruhig sind. Selbst wenn sich in einem Raum niemand befindet, ist in diesem Raum ein gewisser Ger\u00e4uschpegel vorhanden. Sobald sich mehrere Personen in einem Raum aufhalten, steigt die Intensit\u00e4t der Hintergrundger\u00e4usche sprunghaft an. Zu Hause kommt weiterer St\u00f6rl\u00e4rm von Tontr\u00e4gern, Fernsehen, Haushaltsger\u00e4ten, Heizung, Toilettensp\u00fclungen, Klimaanlagen oder Ventilatoren sowie durch ge\u00f6ffnete oder schlecht schallged\u00e4mmte Fenster L\u00e4rm von au\u00dfen wie z.B. eine laute, stark befahrene Stra\u00dfe hinzu. Sind mehrere Kinder in der Wohnung bzw. in einem Raum entstehen hier rasch h\u00f6here Schallpegel durch Ger\u00e4usche erzeugendes Spielzeug und die Kinder selbst, die reden, rufen, schreien, weinen, lachen und vieles mehr. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Situation im Kindergarten. Gleichbleibende, nicht zu laute Dauerger\u00e4usche wie Klimaanlagen oder Ventilatoren lernt das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind leichter zu \u00fcberh\u00f6ren, auch wenn sie das H\u00f6ren und Verstehen erschweren. Sehr st\u00f6rend ist es aber, wenn z.B. w\u00e4hrend des Vorlesens einer Geschichte der neben dem h\u00f6rgesch\u00e4digten Kind sitzende Nachbar laut spricht. Unm\u00f6glich wird das Verstehen eines Gespr\u00e4ches bei Tisch, wenn mehrere Personen sich gleichzeitig laut unterhalten und wom\u00f6glich quer \u00fcber den Tisch gesprochen wird.<\/p>\n<p>Um Sprache gut verstehen zu k\u00f6nnen, sollte der St\u00f6rschallpegel nicht h\u00f6her als 45 dB betragen. In der Realit\u00e4t finden sich h\u00e4ufig Werte zwischen 60 und 80 dB. Letzteres entspricht dem Pegel an einer stark befahrenen Stra\u00dfe. Diese Situation ist f\u00fcr das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind insofern besonders belastend, als es &#8211; um gut verstehen zu k\u00f6nnen \u2013 eine noch bessere Trennung von Nutzsignal und St\u00f6rschall ben\u00f6tigt als gut h\u00f6rende Menschen. Was dies konkret bedeutet, soll an folgendem Beispiel verdeutlicht werden: Wenn der mittlere St\u00f6rschallpegel in einem Raum 55 dB betr\u00e4gt (das entspricht einer leisen Unterhaltung Erwachsener) und der mittlere Nutzschallpegel, z. B. die Stimme der Mutter oder der Erzieherin 65 dB (dies entspricht normallauter Umgangssprache), dann liegt ein Nutzschall-St\u00f6rschallverh\u00e4ltnis von + 10 dB vor. Das bedeutet der Nutzschall ist um 10 dB lauter als der St\u00f6rschall, an manchen Stellen im Raum m\u00f6glicherweise auch 5 oder 0 dB. Optimal f\u00fcr das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind ist aber ein Nutzschall-St\u00f6rschall Verh\u00e4ltnis von mindestens +15-20 dB, d.h. das Nutzsignal sollte 15-20 dB lauter sein als der St\u00f6rschall. H\u00f6rende Menschen sind in der Lage auch bei einem ung\u00fcnstigen Nutzschall-St\u00f6rschallverh\u00e4ltnis noch gut zu verstehen, da sie \u00fcber gen\u00fcgend Sprachwissen verf\u00fcgen um die m\u00f6glicherweise entstandenen Wahrnehmungsl\u00fccken zu schlie\u00dfen. Genau dies ist f\u00fcr das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig schwieriger. Es kann in einer l\u00e4rmigen Umwelt nur l\u00fcckenhaft verstehen.<\/p>\n<p>Entfernung<\/p>\n<p>Je gr\u00f6\u00dfer die Entfernung zwischen einer Schallquelle und einem Zuh\u00f6rer wird, desto schw\u00e4cher wird die bei ihm ankommende Schallenergie, d.h. desto geringer wird die Lautst\u00e4rke sein. Es gilt die Faustregel, dass mit der Verdoppelung der Entfernung die Intensit\u00e4t der Stimme des Sprechers um 6 dB abnimmt. Ein Beispiel verdeutlicht die starke Abnahme des Nutzsignals: Spricht ein Sprecher normal laut, dann betr\u00e4gt die Intensit\u00e4t in einem Meter Entfernung ca. 65 dB, in zwei Metern 59 dB, in vier Metern 53 dB usw. Kinder, die in der N\u00e4he des Sprechers sitzen, werden vielleicht rund 80 % seiner Sprache noch gut wahrnehmen k\u00f6nnen. Kinder, die weiter weg sind, werden sich dagegen m\u00f6glicherweise mit nur noch 60 % begn\u00fcgen m\u00fcssen. Zu Hause wird dies deutlich, indem das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind jedes Wort versteht, wenn es auf dem Scho\u00df der Mutter sitzt und die beiden gemeinsam ein Bilderbuch anschauen. Steht die Mutter aber in der K\u00fcche, die Sp\u00fclmaschine l\u00e4uft und das Kind spielt im Kinderzimmer am anderen Ende der Wohnung, dann wird das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind auch mit den besten digitalen H\u00f6rger\u00e4ten oder dem CI nicht vollst\u00e4ndig verstehen, was die Mutter sagt, es wird vielleicht gerade noch mitbekommen, wenn es gerufen wird. Im Kindergarten zeigt sich dies z.B. im Stuhlkreis, dort haben die Kinder, die nahe bei der Erziehern sitzen deutlich bessere Chancen, diese uneingeschr\u00e4nkt zu verstehen. Digitale H\u00f6rsysteme und das CI k\u00f6nnen vieles wieder h\u00f6rbar machen, die Reichweite ihrer Mikrofone ist jedoch begrenzt. Deshalb sto\u00dfen sie \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Distanz und im St\u00f6rschall nach wie vor an Grenzen.<\/p>\n<p>Nachhall<\/p>\n<p>Nachhall entsteht durch wiederholtes Reflektieren von Schall und gilt als Ma\u00df f\u00fcr die Halligkeit eines Raumes. Die Nachhallzeit bewirkt, dass Schallereignisse in einem geschlossenen Raum \u00fcber l\u00e4ngere Zeit wahrnehmbar bleiben. Ein Teil der Schallwellen gelangt direkt an das Ohr, ein gro\u00dfer Teil wird jedoch je nach Beschaffenheit von W\u00e4nden, Decken und Fu\u00dfb\u00f6den zur\u00fcckgeworfen oder geschluckt. Wie viel Schall reflektiert bzw. absorbiert wird, das h\u00e4ngt von der jeweiligen Raumakustik ab.<\/p>\n<p>Herrscht in einem Raum ein zu starker Nachhall bzw. ein zu lange Nachhallzeit, so hat man auch als h\u00f6render Mensch Probleme Sprache gut zu verstehen. Jeder kennt die Situation an Bahnh\u00f6fen, wenn Ansagen \u00fcber die Lautsprecher erfolgen, oder die Situation beim Einzug in eine neue Wohnung, die komplett leer ist. Bei langer Nachhallzeit werden beim Sprechen nachfolgende Silben, die zu lange nachklingen, durch die vorhergehenden verdeckt. Hochfrequente Konsonanten werden schneller absorbiert, sie werden also schlechter wahrgenommen, als die eher tieffrequenten Vokale, die l\u00e4nger reflektiert werden. Es kommt zu Verzerrungen des Sprachsignals, die die Sprachverst\u00e4ndlichkeit verschlechtern. Zudem bleiben bei zu langer Nachhallzeit unerw\u00fcnschte Ger\u00e4usche wie St\u00fchle r\u00fccken, husten, klappern mit Baukl\u00f6tzen usw. zu lange im Raum, was bewirkt, dass der L\u00e4rmpegel insgesamt weiter ansteigt. Die optimale Nachhallzeit f\u00fcr R\u00e4ume, in denen h\u00f6rgesch\u00e4digte Personen an sprachlicher Kommunikation teilhaben, sollte nach heutigem Wissensstand 0,3 bis 0,4 Sekunden betragen. In vielen Kinderg\u00e4rten, in denen beim Bau mehr auf optische als auf akustische Kriterien Wert gelegt wurde, und in Altbauten mit hohen W\u00e4nden und glatten, schallharten B\u00f6den lassen sich h\u00e4ufig deutlich l\u00e4ngere Nachhallzeiten nachweisen.<\/p>\n<h2>Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung<\/h2>\n<p>Von den Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Raumakustik profitieren alle im Raum, nicht nur Kinder mit H\u00f6rsch\u00e4digung. Es ist alles, was m\u00f6glich ist, zu unternehmen, um die Akustik eines Raums zu verbessern, gute H\u00f6rbedingungen zu schaffen und v.a. Interesse f\u00fcr das H\u00f6ren zu wecken und aufrecht zu erhalten. Eine besondere Bedeutung hat hierbei die Sprache der Bezugspersonen. Sie soll anregungsreich und h\u00f6rf\u00f6rdernd sein.<\/p>\n<h3>Verbesserung der Raumakustik<\/h3>\n<p>Einfache Ma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst gibt es eine Reihe einfacher und kosteng\u00fcnstiger M\u00f6glichkeiten, die dazu beitragen die Halligkeit eines Raumes verringern und St\u00f6rschall zu minimieren. Dass auch kleine R\u00e4ume sehr hallig klingen k\u00f6nnen, liegt daran, dass diese gro\u00dfe, glatte Fl\u00e4chen wie z.B. eine glatte Zimmerdecke, einen glatten, schallharten Fu\u00dfboden, glatte W\u00e4nde oder gro\u00dfe Fensterfl\u00e4chen aufweisen. Schall wird von diesen Fl\u00e4chen gnadenlos zur\u00fcckgeworfen. Das bedeutet, man muss versuchen diese Fl\u00e4chen zu unterbrechen und so auszustatten, dass Schall geschluckt und nicht zur\u00fcckgeworfen wird. Dies kann geschehen durch das:<\/p>\n<p>Anbringen von Vorh\u00e4ngen<br \/>\nAnbringen von Filzunterlagen unter St\u00fchle und Tische<br \/>\nAuslegen eines Teppichs<br \/>\nBeschaffen von Kissen f\u00fcr den Stuhlkreis<br \/>\nErstellen von Raumteilern aus Stoff<br \/>\nAnbringen von Decken- oder Wandverkleidungen<br \/>\n\u00dcberziehen von Pinw\u00e4nden mit Stoff<br \/>\n\u00dcberpr\u00fcfung des Mo\u00adbiliars auf Ger\u00e4usche z.B. quietschende Schubladen<br \/>\nAuslegen von Spielzeugkisten mit Stoff \/ Teppichresten<br \/>\nAbdichten der T\u00fcren, um das Eindringen externer Ger\u00e4uschquellen zu verringern<br \/>\nRaumakustische Sanierung<\/p>\n<p>Ist dies nicht ausreichend (z.B. in einem Altbau) so ist ernsthaft \u00fcber eine grundle\u00adgende raumakustische Sanierung nachzudenken, d.h. bautechnische Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, indem schallabsorbierende Wand- und Deckenverkleidungen und schalldichte Fenster ange\u00adbracht werden. Ist ein schallharter Boden vorhanden (Linoleum, PVC), sollte dieser gegen einen strapazierf\u00e4higen Teppich ausgetauscht werden. Akustische Belange sollten dabei Vorrang haben vor Aspekten der Reinigung. Sollte ein Kindergarten neu gebaut werden, so sind bereits bei der Planung alle M\u00f6glichkeiten des Schallschutzes zu ber\u00fccksichtigen. Geschieht dies fr\u00fchzeitig, ist dies kosteng\u00fcnstiger als eine sp\u00e4tere, nachtr\u00e4gliche Sanierung.<\/p>\n<p>Soundfield-System<\/p>\n<p>Eine weitere M\u00f6glichkeit stellt die Installation eines Soundfield-Systems dar. Die Stimme des Sprechers wird dabei von einem Mikrofon in Mundn\u00e4he aufgenommen, leicht verst\u00e4rkt, \u00fcber Funk \u2013 also drahtlos &#8211; an mehrere Lautsprecher im Raum \u00fcbertragen und dadurch gleichm\u00e4\u00dfig ver\u00adteilt, so dass an allen Pl\u00e4tzen im Raum unabh\u00e4ngig von der Entfernung zum Sprecher die gleichen H\u00f6rbedingungen herrschen. Von diesen Verbesserungen profitieren alle Zuh\u00f6rer im Raum, unabh\u00e4ngig davon ob eine H\u00f6rsch\u00e4digung vorliegt oder nicht.<\/p>\n<h3>FM-Anlage<\/h3>\n<p>Um die bestm\u00f6glichen akustischen Bedingungen f\u00fcr das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind in gr\u00f6\u00dferen R\u00e4umen, in denen sich mehrere Personen aufhalten, zu erreichen, kann zus\u00e4tzlich zum H\u00f6rger\u00e4t oder CI der Einsatz einer FM-Anlage sinnvoll sein.<\/p>\n<p>FM bedeutet Frequenzmodulation. Eine FM-Anlage besteht aus einem Sender, den der Sprecher am K\u00f6rper tr\u00e4gt und einem oder zwei Empf\u00e4ngern, die \u00fcber den Audioeingang mit dem H\u00f6rger\u00e4t oder dem Sprachprozessor des Kindes verbunden werden. Die Stimme des Sprechers wird in einer Entfernung von ca. 15-20 Zentimetern von einem Mikrofon aufgenommen und \u00fcber Funk drahtlos in das H\u00f6rger\u00e4t oder das CI des Kindes eingespeist. Das Kind h\u00f6rt den Sprecher jetzt so, als ob er aus 15-20 Zentimeter Entfernung direkt in das Mikrofon von H\u00f6rger\u00e4t oder CI sprechen w\u00fcrde. Man kann das H\u00f6ren \u00fcber die FM-Anlage auch mit dem Radio-H\u00f6ren vergleichen, dort werden auch Funkwellen \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen verbreitet. Durch den Einsatz der FM-Anlage kann die Distanz zwischen dem Sprecher und dem h\u00f6rgesch\u00e4digten Kind flexibel vergr\u00f6\u00dfert werden, ohne dass es zu einer Verschlechterung der Verst\u00e4ndlichkeit kommt, da das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind durch die FM-Anlage die Stimme des Sprechers immer gleich laut wahrnimmt. St\u00f6rschall st\u00f6rt nicht, da das Mikrofon von H\u00f6rger\u00e4t oder CI entweder abgeschaltet oder deutlich leiser eingestellt ist und dadurch ein deutlich positiveres Nutzschall- St\u00f6rschallverh\u00e4ltnis hergestellt wird.<\/p>\n<p>Die FM-Anlage sollte immer dann genutzt werden, wenn das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind akustische Informationen in ger\u00e4uscherf\u00fcllter Umgebung \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Entfernung sicher und vollst\u00e4ndig \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum aufnehmen will. Dies ist am einfachsten, wenn nur eine Person spricht. Dies ist im Kindergarten z.B. im Stuhlkreis der Fall oder sp\u00e4ter in der Schule. Auch bei einem Ausflug kann der Einsatz sinnvoll sein, das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind ist dann \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Entfernung akustisch erreichbar. Beim Autofahren oder im Fahrradanh\u00e4nger bietet sich die FM-Anlage ebenfalls an, da St\u00f6rger\u00e4usche ausgeblendet werden und Sprache ungest\u00f6rt an das Kinderohr gelangen kann. In anderen Situationen muss gut \u00fcberlegt werden, ob der Einsatz sinnvoll ist. Steht die Mutter beispielsweise in der K\u00fcche und das Kind spielt im Garten, so ist es zwar f\u00fcr die Mutter bequem, das Kind immer akustisch erreichen zu k\u00f6nnen, f\u00fcr das H\u00f6renlernen aber wenig sinnvoll, da das Kind im Garten durchaus ein anderes akustisches Angebot hat, das nicht ausgeblendet werden sollte. Im Kindergarten beim Freispiel ist es wichtig, dass auch die anderen Kinder h\u00f6rbar sind und nicht nur die Erzieherin. Die Anlage ist unbedingt auszuschalten, wenn mit anderen Personen gesprochen wird, da das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind sonst diese Gespr\u00e4che deutlicher h\u00f6rt, nicht aber das, was in seiner unmittelbaren Umgebung passiert.<\/p>\n<p>Eine FM-Anlage kann Entfernungen \u00fcberbr\u00fccken, die Stimme des Sprechers nahe bringen und dem Kind in verschiedenen Situationen sowohl in der Familie als auch im Kindergarten und sp\u00e4ter der Schule die Aufnahme und das Verstehen der Sprache erleichtern. Ihr Einsatz muss gelernt werden.<\/p>\n<h3>H\u00f6ranregende Umwelt<\/h3>\n<p>Neben einer hervorragenden h\u00f6rtechnischen Versorgung, Zusatztechnik wie der FM-Anlage und einer optimalen Raumakustik braucht das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind ein gutes H\u00f6rlernangebot. Das Interesse, die Lust am H\u00f6ren muss in allen m\u00f6glichen Situationen geweckt werden. Aus der Spracherwerbsforschung wissen wir, dass in vielen Kulturen die an das Kind gerich\u00adtete Sprache (KGS) besondere Merkmale aufweist, die dem Kind den Einstieg in die Sprache erleichtern sollen. Es sind dies v.a. prosodische Merkmale, eine ausdrucksreiche, rhythmisierte, sehr melodische\u00a0 Sprechweise. Das Frequenzspektrum wird angehoben und die Intonationsstrukturen sind deutlich ausgepr\u00e4gt. Vokale werden betont und \/ oder gedehnt. Diese Sprechweise wird u.a. mit dem Begriff \u201eBaby Talk\u201c oder \u201eMotherese\u201c bezeichnet, ein faszinierendes und fesselndes Angebot zum H\u00f6ren. Es gibt gute Gr\u00fcnde anzunehmen, dass das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind dies in besonderem Ma\u00dfe auch braucht.<\/p>\n<p>Das beste Instrument ist dabei die menschliche Stimme. Dazu ist es notwendig, dass Eltern, Tagesm\u00fctter, Erzieher und Therapeuten lernen, auf ihre eigene Stimme zu achten, z.B. hinsichtlich der Frage ob sie zu laut oder zu leise ist, ob die Aussprache deutlich ist, ob das Sprechen rhythmisch und melodisch ist und ob ein gewisser Spannungsbogen aufgebaut wird oder ob die Erz\u00e4hlung eher monoton klingt und damit wenig Interesse weckt. Es kann sein, dass gerade in schwierigen Situationen das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind nicht beim ersten Mal vollst\u00e4ndig versteht. Hier ist es wichtig nicht vorschnell auf visuelle Hilfen auszuweichen, sondern mit guter Betonung und Akzentuierung \u2013 notfalls auch mehrfach &#8211; in nat\u00fcrlicher Sprechweise zu wiederholen was gerade gesagt wurde.<\/p>\n<p>Des Weiteren ist wichtig, dass das Gespr\u00e4ch mit dem h\u00f6rgesch\u00e4digten Kind von einer dialogischen Grundhaltung gepr\u00e4gt ist. Das bedeutet, dass sich Eltern und professionelle Helfer als gleichberechtigte Partner verstehen und Raum geben f\u00fcr die Redeanteile des h\u00f6rgesch\u00e4digten Kindes, dass echtes Turn-Taking stattfinden kann (siehe Modul 5). Bei Gespr\u00e4chen in gr\u00f6\u00dferer Runde z.B. beim Essen ist darauf zu achten, dass immer nur einer redet. Beim Vorlesen und Erz\u00e4hlen sollte auf ein ruhiges Umfeld Wert gelegt werden, Radio und Fernsehen nicht w\u00e4hrend des ganzen Tages laufen.<\/p>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<p>H\u00f6renlernen muss f\u00fcr das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind zu jeder Situation m\u00f6glich sein. Eine l\u00e4rmige Umwelt erschwert dies massiv. Deshalb ist darauf zu achten, wie sich die H\u00f6rsituation f\u00fcr das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind darstellt und dass diese v.a. dann, wenn es auf das ungest\u00f6rte Verstehen von Sprache ankommt, optimiert wird. Dies kann durch den Einsatz der FM-Anlage geschehen.<\/p>\n<h2>Evaluation<\/h2>\n<p>Welche Faktoren erschweren das Verstehen von Sprache in geschlossenen R\u00e4umen?<\/p>\n<p>helle Beleuchtung<br \/>\nviele Fenster<br \/>\nweicher Teppichboden<br \/>\nRadio, das den ganzen Tag l\u00e4uft<br \/>\nWas bewirkt eine FM-Anlage?<\/p>\n<p>verst\u00e4rkt die Sprache im Kindergarten<br \/>\nerlaubt flexiblen Umgang mit unterschiedlichen Entfernungen<br \/>\nsorgt daf\u00fcr, dass das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind die anderen Kinder gut h\u00f6rt<br \/>\nerh\u00f6ht den St\u00f6rschall um 15 dB<br \/>\nIn welchen Situationen ist die FM-Anlage sinnvoll?<\/p>\n<p>wenn \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum Sprache ungest\u00f6rt aufgenommen werden soll<br \/>\nwenn mehrere Personen gleichzeitig sprechen<br \/>\nwenn das Kind im Garten spielt<br \/>\nwenn die Umgebung besonders ruhig ist<br \/>\nWodurch kann die Raumakustik verbessert werden?<\/p>\n<p>durch h\u00e4ufiges L\u00fcften<br \/>\ndurch Anbringen schallschluckender Materialien<br \/>\ndurch bessere Beleuchtung<br \/>\ndurch das Verlegen von Parkettb\u00f6den<br \/>\nWarum ist eine schlechte Raumakustik f\u00fcr das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind belastend?<\/p>\n<p>weil der H\u00f6rverlust zu gro\u00df ist<br \/>\nweil das h\u00f6rgesch\u00e4digte Kind eine bessere Trennung von Nutzschall und St\u00f6rschall braucht<br \/>\nweil das H\u00f6rger\u00e4t falsch angepasst ist<br \/>\nweil das Kind kein CI hat<\/p>\n<h1>Literatur<\/h1>\n<p>Anderson K.L. 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